Episode 132: Studentenromane und Verbindungsliteratur mit Prof. Dr. Holger Zinn
Shownotes
In dieser Folge spricht unser Host Jan wieder mit Prof. Dr. Holger Zinn, Alter Herr der (Landsmannschaft Chattia zu Marburg)[https://www.chattia.de] und Leiter des Archivs des (Coburger Convents)[https://coburger-convent.de], über das faszinierende Universum der Verbindungsliteratur. Im Mittelpunkt stehen Studentenromane, typische Motive wie Mensur, Freundschaft, Alkohol und Frauenbilder, historische Entwicklungen sowie bekannte Werke wie Der krasse Fuchs. Außerdem geht es um Sammlerleidenschaft, Quellenwert und die Frage, warum dieses Genre heute kaum noch entsteht.
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Korpo Talk: Okay, du hörst mich gut oder?
Holger Zinn: Ich höre dich top. Top Qualität, da gibt es überhaupt nichts.
Korpo Talk: Okay, perfekt. dann fangen wir an.
Korpo Talk: Herzlich willkommen! Hi Holger! Schön, dass du wieder Zeit gefunden hast, uns heute ein Interview zu führen. Wir haben ja wieder ein spannendes Thema herausgesucht.
Holger Zinn: Danke, dass ich wieder dabei sein darf. Thema ist spannend. Naja, was heißt ist spannend. Für uns Kooperierte ist es vielleicht spannender als für den Rest der Welt. Aber es ist eine angenehme Beschäftigung am Wochenende und am Feierabend, wenn man sich über das Thema Studentenromane unterhält und wenn man die dann auch liest.
Korpo Talk: Definitiv. Ja, wir wollen ja heute einfach mal über das kleine Universum der Verbindungsliteratur sprechen. Du hast ja auch große Mühe gemacht. Du hast ja zum Beispiel auf deiner Webseite, die auch in den Show Notes verlinkt ist, eine Auflistung von über 300 Büchern durchgeführt, die sich mit dem Thema Studentenverbindung beschäftigen. Romane Betrachtung, glaube ich, also aus der Innenansicht, außen. Darüber wollen wir halt einfach heute mal sprechen. Was glaubst du, warum Verbindungen überhaupt literarisch spannend sind.
Holger Zinn: Verbindungen sind literarisch spannend, weil sie exotisch sind. Man muss sich mal gucken, die meisten Studentenromane sind entstanden bis in die 30er Jahre, also auf jeden Fall vor 1945. Und da war es noch schon exotisch. Der Student, der Verbindungsstudent, der Waffenstudent, also das ist die Steigerung der Exotik und das Ungewöhnliche. Romane sind ja Bereich der Chors beheimatet. Das ist schon für die Menschen da draußen exotisch gewesen. Es war damals eben eine kleine Gruppe, also wenn man es vielleicht zu heute sieht, eine kleine Gruppe von Menschen, die überhaupt studiert haben und dann noch die, die eben in dieser bunten, exotischen Welt, die man von außen ja nur, wo man nur die Schaschierten gesehen hat oder nur die Studenten in Couleur gesehen hat, reingucken konnte man nicht und in so einem Roman hat man es vielleicht dann doch ein bisschen erschnuppern können.
Korpo Talk: Ja, ist ja auch interessant zu sehen. Du hast ja gesagt, es ist ja eine sehr kleine Gruppe von Menschen gewesen, die überhaupt studiert hat. Die Anzahl der Kooperierten war damals ja wesentlich größer. Aber der Einfluss dieser Person auf die Gesellschaft war ja immens, weil sie ja gerade als Akademiker in Führungs- und Gestaltungsposition reingekommen sind. Und dass man so dann halt die Welt kennenlernen konnte als Otto Normalbürger.
Holger Zinn: Wenn man danach geht, haben in den Großstädten weniger Anteilkooperierte an der Gesamtstudienstundenschaft gehabt, haben in den kleinen Städten, wo auch die Romane spielen. Die ganz exotischen Orte wie Hildesheim, Holzminden, Bingen, da gab es ja auch Technikum und solche Sachen, die gibt es nicht im Roman. Wo spielen die Roman in Heidelberg, in Marburg, in Göttingen?
Korpo Talk: Hm?
Holger Zinn: Also Jena, dort wo auch die Masse der Studenten kooperiert war. Gut, das hat natürlich die Menschen gereizt reinzugucken. Was machen die da, Studenten? Diese Riten, Sitten und Gebräuche, das ist ja heute noch für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Schon damit los, dass der landläufige Journalist in Deutschland ja gar nicht in der Lage ist zu unterscheiden, ob das ein Kursstudent ist, ein Burscherschafter oder ein Landsmannschaftler.
Korpo Talk: Mmh.
Korpo Talk: Wie diese eine bayerische Zeitschrift, die dann katholische Chorburschenschaft da reingeschrieben hat. ist ein Highlight.
Holger Zinn: Selbst das Coburger Tageblatt spricht von Burschenschaftern, die sich in Coburg zu Pfingsten treffen. Also Ahnung haben die keine. gut, soll es halt so sein. Bei den Romanen, gut, das ist halt so, dass man sagt, das war spannend, das war exotisch, das passte auch in die Zeit. ja, die meisten, wie gesagt, vor 45 entstanden. und teilweise auch mit ordentlichen Auflagen. Wir reden da von insgesamt über 100.000 Stück. Beim Grassen Fuchs sind wir deutlich über 100.000, die da aufgelegt wurden.
Korpo Talk: Ja, das ist ja das Buch. Ich hab's auch hier, ist auch in den Show Notes drin, wo wir ja auch heute noch ein bisschen detaillierter vor allem sprechen wollen. Es ist ja auch so ein Evergreen. es ist immer so, ich glaub, jede Generation an Verbindungsstudenten entdeckt dieses Buch für sich neu, weil halt Verbindungsliteratur ja nicht so präsent ist. Also wir haben ja mit zum Beispiel mit Carsten Hooghages Männer-WG mit Trinkzwang, wo ich ja auch mit dem Finn ja schon eine Sendung drüber gemacht hab.
Holger Zinn: Mhm.
Korpo Talk: haben wir ein Buch, ist glaube ich das erste Verbindungsroman gewesen seit 80 Jahren, es in den Mainstream-Verlag geschafft hat. Das hatte der Karsten, der ja auch ziemlich am Anfang Gast in dieser Sendung war, ja auch selber gesagt. Man sieht ja, dass das Thema ja da ist. Es ist ja nach wie vor ein Faszinosum.
Holger Zinn: Ja, man muss aber auch sagen, das sind Auflagen von paar Tausend. Da kommen wir lange nicht an die 100.000 dran. Wenn man sich überlegt, die Autoren wie Walter Blöhm, haben Auflagen in ihrem Gesamtwerk, die sind gigantisch. Die kennt heute keinen Mensch mehr, aber die hatten vor 45 Auflagen. Ich mal einen Vergleich. Die ganze Mann-Dynastie hat weniger Auflage als Walter Blöhm.
Korpo Talk: Okay.
Holger Zinn: Man muss sich das mal vorstellen, jemand der heute völlig unbekannt ist, wenn man Abiturient auf der Straße fragt, kennst du den Autor, mit dem du den Kopf schüttelst?
Korpo Talk: Ich kannte ihn auch nicht, bevor ich den krassen Fuchsen entdeckt hatte. Ich hatte das Buch ja schon vor, weiß ich nicht, vor einem Jahr ungefähr mir gekauft, weil ich einfach mal auf Studentenverbindung Buch bei Amazon eingetippt hatte, weil ich mal auch nochmal andere Bücher halt entdecken wollte und ja, hab dann gesehen, es gibt ja sehr, viele Auflagen auch vor allem dadurch. Ich glaube, du hast ja auch am Ende rausgebracht, Vorwort.
Holger Zinn: Wir haben Anfang der 2000er, Ende des Jahrtausends, haben wir mal eine hochwertige Auflage gemacht, wirklich leinen gebunden, 1000 Stück, die waren dann weg. Aber da hat man auch gemerkt, 500 gingen zügig weg, 300 gingen weg und der Rest, das hat sich gezogen. Also ich hätte da jetzt auch keine Neu-Auflage gemacht. Ich habe damals, ja...
Korpo Talk: Hm?
Holger Zinn: einen kleinen Beitrag gemacht in dem Buch, sozusagen bisschen einzuordnen, das Werk in das Umfeld der Zeit. das hatte ich dann auch noch mal in Einzelne jetzt veröffentlicht. Gut, das ist halt eine der bekanntesten Romane. Muss man dazu sagen. Marburg war halt auch ein interessanter Hochschulort. Der Autor war ein interessanter Typ. selbst ja, Chorstudent auch, der wusste wovon er schreibt und das ganze Bild, dadurch ergibt sich halt der bekannteste eigentlich, der bekannteste Studentenroman. Es gibt noch viele viele andere, auch ja, landsmannschaftliche Romane, Grabein zum Beispiel, der ja selber Landsmannschaftler war, viele chorststudentische Romane, aber auch exotisches. Also beispielsweise gibt es von einem Herrn Kutzlepp, der war später in Weilburg am Gymnasium Schulleiter, stellvertretender Schulleiter, sowas. Der kommt aus der Jugendbewegung und der hat studiert am Vorabend des Ersten Weltkriegs in Marburg. Und da gibt es ein Buch, das heißt Die Hochwächter, so heißt dieser Jugendbewegte Bund. Und der berichtet eben aus diesem Bund, der Hochwächter über die Zeit damals so kurz vor dem Hohenmeißner-Treffen. Also auch so was gibt es. Da sind die Themen halt andere. In so einem klassischen Studentenroman, da gibt es immer die Frauen, das Studentenleben und das Fechten. Das sind so die drei Themen, da relevant sind, was die Leute auch lesen wollen. Eine Fechtszene ist immer was Spannendes. Bei den Hochwächtern geht es halt darum, ob die jetzt Frauen aufnehmen. Das ist das eine. Und ob sie dann mit dem Zug zum Hohen Meißner fahren, irgendwo mit Witzenhausen aussteigen oder so. Oder ob sie dann doch hinwandern. Das ist jetzt nicht so spannend. Gut. Es gibt...
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Was man sagen kann, was es nicht gibt, ist mir auch neulich erst aufgefallen. Ich kenne jetzt keinen, also Maburger Roman schon gar nicht, auch insgesamt Studentenroman, der im katholischen Milieu oder im Wingolf Milieu spielt.
Korpo Talk: Da gibt es eher so ein Satirebuch, der Kartellbruder des Monats, der ist 2012 oder 2011 rausgekommen. Und das ist halt eher so ein Parodiebuch. Das ist halt der Kartellbruder des Monats. Da geht es auch viel um Bibel schmeißen, auch als Geschichte. Das ist eine total abgefahrene Geschichte. Ich habe das Buch super lustig gefunden. Ich habe auch ein paar Ausgaben gekauft und die dann in mein Verbindungsformfeld verschenkt. War ungefähr zeitgleich zu Rohhages.
Holger Zinn: Okay, ist mir nie so richtig präsent gewesen. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich mir eher die älteren Sachen kümmere. wenn man sich die Marburger Romane anguckt, da gibt es so die zehn Stück. Da haben wir einmal den Blöden mit seinem krassen Fuchs. Das ist halt Corteutonia. Dann haben wir den Matthias Feilke. Der ist so etwa mein Semester. Der ist selbst Hessen-Nassauer.
Korpo Talk: Männer wiegimentarizange.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Und er hat zwei Romane geschrieben, die spielen in der Zeit so um 1928 bis 1931, die bauen aufeinander auf.
Korpo Talk: Eine Frage, warum immer die Zeit? Also, warum ist das so ein beliebtes Thema, dass man die Romane entweder am Vorabend des ersten Weltkriegs spielen lässt oder in den 20er Jahren?
Holger Zinn: Die haben, wie meisten Autoren, eigentlich nicht. Für Marburg kann man nichts sagen. Blöd mit 87, 1887, ist so ein Meilenstein des tausenden Studenten in Marburg. Da ist halt auch richtig was los. Man merkt 1866, Marburg kommt zu Preußen. Preußen pumpt unendlich viel Geld in seine südlichsten gelegene Hochschule rein und dadurch wachsen auch die Studentenzahlen. Und da ist natürlich der 1000. Student, das ist ein ganz wichtiges Thema. Das ist auch in der Realität ein wichtiges Thema gewesen. hat damals, da gab es eine Feier der ganzen Universität und der Studentenschaft auf dem Dammelsberg, den gibt es auch wirklich, den Feierplatz gibt es auch wirklich. Und da ist es tatsächlich so, wie soll man sagen, da wurde einer ausgesucht, der auch etwas, ja. Ein russischer Adliger wurde da ausgesucht, der dann zum 1000. Student gekrönt wurde, der hat eine goldene Taschenuhr gekriegt. das war schon was. Und für Marburg war das so, da ging es erst richtig los mit dem studentischen Leben. Und weitere, da gibt es einen das grün-rot-goldene Band, den Autor ist ein Pseudonym. Das ist ein hundsmiserables Heftchen. Der spielt 1890. Das ist eigentlich eher ein Roman aus dem universitären Milieu mit sehr viel studentischem Einschlag. Das Haus an der Minne, das ist 1910. Dann kommt Kutzleb, auch Kutzleb, also freistudentisch oder Wandervogel, der korschelt.
Holger Zinn: Da kann man es nicht sagen, das waren halt Studenten, die waren auch in Verbindungen. Da geht es eher so um die Beziehung zwischen dem Hochschullehrer und seinen Studenten. Und dann haben wir, dann haben wir so kurz vor, also so um 1911 spielt das ganze Ding, ist die Welt in Gold. Das ist von Rudolf Herzog, auch einem Autor, der in der Vorkriegszeit bekannt war. Das war, der spielt im burschenschaftlichen Milieu. Der hat eine Beziehung zur Burschenschaft Germania gehabt. Der hat auch die Germanen dann eingeladen auf seinen Wohnsitz. hatte den, wie ich das richtig erinnere, Wohnsitz irgendwo, Drachenfels am Rhein. Also hat die dann die Aktiven eingeladen. Also scheint eine Beziehung da gewesen zu sein. Während dann kommt...
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Der Feilke mit seinen Zwei, die spielen so in den 20er-, 30er-Jahren, das ist halt die Zeit, wo Marburg dann vom Dreitausendsten bis zu über Viertausendsten bis Vier-Halbtausend Studenten hatte.
Korpo Talk: für die damalige Zeit schon riesig.
Holger Zinn: Ja, ist vor allen Dingen, man muss sagen, 1927, Universitätsjubiläum, 400 Jahre. Da hast du halt auch noch mal so einen richtig brutalen Impuls gehabt, was die Baulicher-Expansion in Marburg anging. Und auch die Qualität der Wissenschaft war halt in der Zeit richtig gut, soll heißen, hervorragende Leute auch auch gerade in Naturwissenschaften. Das waren die wenigen guten Jahre der Weimarer Republik. Das waren sozusagen auch die Jahre, wovon Marburg so bisschen gezehrt. Ja, und dann, es gibt doch eine, da weiß ich überhaupt noch, was ich mit anfangen soll, der heißt der alte Weg, der spielt im Sommerssemester 39. Das ist Student mit Arbeitsdienst und so. so dieses eher nationalsozialistische Studentenleben. Ja, und dann nach 45 interessiert sich keiner mehr dafür. Da gibt es den Babuch. Das ist sozusagen der... Es ist eigentlich kein Roman. Das ist eine unangenehme Selbstdarstellung im Romanstil von einem Menschen, der...
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: offensichtlich beim VDSt in der Zeit war. Die spielt in den 50er Jahren.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Und da muss ich dazu sagen, das Lustigste an dem ganzen Werk ist die Geschichte, als ich das gekauft habe. Ich habe es Internet zufällig entdeckt. Der Verlag, da hat sich keiner im Telefon gemeldet, also bin ich im Buchhandel, habe das Ding gekauft. Und es kam für irgendwie 40 Euro ein kopiertes, mit Plastik ummanteltes Heftchen mit so einer mit so einer Plastikbindung. Außen drauf waren Aufkleber drauf, wie man den so auf Marmeladengläsern hat und so. Und da war mit Schreimaschine drauf gestanden, der Autor war nicht Mitglied der Waffen-SS.
Holger Zinn: Hab ich gesagt, bin ich auch beruhigt. Hab das dann gelesen, war halt eine relativ unangenehme, auch schlecht zu lesende Selbstdarstellung. Ja, und dann tröpfelt's aus.
Korpo Talk: War der denn in der Kameradschaft oder?
Holger Zinn: Nee, hat nach dem Krieg erst Mitte in den 50er Jahren studiert und hat dann bis in die 60er als Assistent an Lehrstühlen gearbeitet. Warum das da drauf steht, keine Ahnung. Gut, ich wurde dann im Buchhandel stark belehrt, ob ich das auch wirklich kaufen möchte. Ja, ist halt so. Und dann kommt bis in die 90er nichts und dann kommt so in den 90ern unser... kritischer Freund Stefan Peters mit seinem Ritual in den Tod.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Das ist, Peters ist ja in den 90er Jahren noch CVer gewesen in Marburg und hat dann aber irgendwann Mitte der 90er, müsste es gewesen sein, Mitte, Ende der 90er, hat er sein Roman geschrieben. Der handelt aber sinnlicherweise auch nicht im CV-Milieu, sondern in einer schlagenden Verbindung. Ist jetzt auch... Na ja, ich hab ihn gelesen. Und das letzte, wo ich sage, ist so, das kann man auch unter Studentenroman packen, von einem Herrn Höflmann, sagt man gar nichts, ein Buch, das heißt Der Kassemattenmörder. Da geht es auch darum, deckt ein Student einen historischen Todesfall auf. Jetzt ganz neu habe ich einen reingekriegt. Das ist auch... mit Studenten in der Hauptrolle. entdecken da jemand, mit dem Motorroller in die Laden gefahren ist. Das sind Medizinstudenten. Alle sagen, das war ein Unfall. Die decken dann auf, dass es eben Mord war. Ich hab das noch nicht ganz fertig gelesen. Ding ist etwas zäh zu lesen. es gibt... Da sind auch Studenten im Fokus. Keine Verbindungsstudenten. Das ist sowieso etwas... So ein Roman ist normalerweise etwas verbindungstudentisches.
Korpo Talk: Würdest du sagen, dass der Verbindungs-Studenten-Roman eine Nische des Studenten-Romans ist, letztendlich? Oder kann man da auch von einem eigenständigen Thema sprechen?
Holger Zinn: Ich würde mal fast sagen, Studentenroman ist ein Verbindungsstudentenroman. Die wenigsten Romane, wenn ich die zu allem auf den Haufen schmeißen würde, da sind vielleicht drei dabei, die nicht aus dem verbindungsstudentischen Milieu sind.
Korpo Talk: Okay. Welche typischen Motive oder beziehungsweise Erzählmuster entdeckst du denn da drin? Sagen wir mal so Freundschaft, Männerbund, Mensur, Alkohol, Ehre, Loyalität, Ausgrenzung, Mord.
Holger Zinn: Ja, ja, ja und ja. Mord eher nicht. ich sag mal, das, wir Lied gut auch haben. auch von lieb umgeben ist Studentenleben. Wie es irgendein Lied heißt. Natürlich jeder Roman bei Blüm, klar, ist es ganz ausgeprägt. Es geht immer abgestuft.
Korpo Talk: Mhm.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Liebe, Verehrung, Sex. die Frau als solche spielt in den Romanen natürlich eine Rolle. In ihren verschiedenen Ausprägungen. Also einmal die standesgemäße Frau, die man dann auch heiratet. Dann die Studentenliebe aus dem Bürgertum und In der dritten Dimension dann die leichten Mädchen zur Erfüllung körperlicher Bedürfnisse.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Und da sind schon so paar lustige Sachen drin. beim Blüm... Da hat sich einer der Herren eine Geschlechtskrankheit geholt. Und damit sich keiner ansteckt hat, dann auf der Kneipe kein Bier getrunken, sondern Rotwein aus Bierglas, damit man genau gesehen hat. Das ist eben sein Glas. Also Rotwein-Schorle.
Korpo Talk: Das ist ja sehr vorsorglich.
Holger Zinn: Ja gut, das ist typisch und im Grasenfuchs haben wir ja den Todesfall, wo dieses Lähnchen in die Lahnen geht, umbringt, die Schwangere von dem Erstjarschierten, von dem Vorbild aller, von Schulz, die Geliebte war, die ist dann in die Lahnen gegangen, hat sich umgebracht, weil sie schwanger wurde. Das sind halt so Sachen. ist dann quasi diese Abgrenzung. Auf der einen Seite gab es die Frau, die mal heiratet, standesgemäße. Und dann gab es halt die Bürgerstöchter, wo auch mal was passiert ist. Und dann gab es die, nur was passiert ist. Alle Frauen, klar, bei den meisten Romanen kommt bisschen Fechten vor.
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Da merkt man tatsächlich auch, wenn Autoren Ahnung hatten von dem, worüber sie schreiben. Also wie so eine Mensur abläuft, die Begriffe, die Formulierungen, die Kommandos und so weiter. Das Bundesleben, das ist ja auch für die Außenstehenden fremd gewesen. Dann hat man immer noch in den Romanen, in den kleineren Universitätsstätten, hat man immer noch die Beziehung zur Bevölkerung. zum Handwerker, zum Händler, zum Couleur-Artikel-Händler, zum Gastronom, zur Gastronomin. Da geht es auch oft die Frage, mit wie vielen Schulden geht man aus der Stadt am Ende des Studiums?
Korpo Talk: Sehr klassiker, wie Bismarck. Der hat ja auch, glaube ich, viele Glücksspiel-Schulden damals angehäuft.
Holger Zinn: Wenn man sich nur angucken, was die sich damals in der Zeit auch gegenseitig geschenkt haben, so zu Weihnachten, das was man heute bei Ebay findet, diese ganzen Kolartikel, da haben die Studenten teilweise ordentlich Geld ausgegeben, schlicht und ergreifend auch einen Lebensstil zu zeigen, den sie einfach die meisten sich nicht leisten konnten. Und das ist auch ein Thema Schulden.
Korpo Talk: Hm?
Holger Zinn: Studienerfolg, Schrägstrich, Misserfolg, das sind alles so Sachen, die kommen da, die kommen da drin vor. Das wird auch schön auf die Einzelnen verteilt. Hauptrolle ist meistens in allen Dingen gut, allen Dingen erfolgreich im Studium. im Fechten, gut er wird mal getroffen, aber es ist jetzt nicht so dramatisch. Also er kann fechten, er kann auch ein Bier trinken oder auch zwei. Also dann gibt es noch so die anderen Figuren außenrum, so das Vorbild in der Verbindung, der besonders schneidig ist, den gemütlichen, den Studienversager. Diese Figuren gibt es eigentlich in jedem Roman. in unterschiedlicher Zusammensetzung. Bei den Marburgeregelern ist der Herz hoch ein bisschen unterschied, weil der Blick der Professor, der nach Marburg zurückkommt zu seiner Verbindung, seinen Sohn aktiv zu machen, blickt dann kritisch auf seine Zeit zurück. Und dass er einfach Fehler gemacht hat und manche Dinge einfach heute anders machen würde.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Also es ist ganz spannend, ist ganz anderer Blickwinkel. Aber die meisten sind so aus der Perspektive des Studenten, wie er es erlebt, wie die Dinge um ihn herum passieren. Deswegen die Frage von dir vorhin, Studentenroman, Einordnung, ist ganz schwierig. Es gibt kein Genre, wo er genau hinpasst. Der Sinn in der Regel, wenn man sich literaturhistorisch das Ganze anguckt, Da hast du die eine Sache, ist ein Entwicklungsroman, weil ja ein Mensch sich entwickelt. Die anderen Sachen, das spielt im Umfeld, Universität, also ist es ein Bildungsroman. Wo man sich einig ist, und das finde ich ganz spannend, die wenigsten sagen, es ist ein Trivialroman oder Trivialliteratur. ist jetzt kein, naja, Nobelpreis gewinnt man damit nicht, aber es ist auch nicht...
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: im unteren Trash Bereich.
Korpo Talk: Aber würdest du nicht sagen, dass das sich auch bisschen stark nach Coming of Age anhört? Also, das ist Entwicklungsroman, also dass der Hauptdarsteller, ne, ne, ne, Protagonist, sorry, dass der Protagonist sich halt weiterentwickelt. Dass es vor allem diese Reise ist.
Holger Zinn: Deswegen Entwicklungsroman, also dieses Aus-dem-behüteten-Elternhaus in die Welt der Alma Mater zu kommen, in die neue Welt der Studentenverbindungen, dort sozialisiert werden, dort neue Regeln kennenlernen, sich einbringen in die Gemeinschaft, aber auch abgrenzen gegenüber anderen. Das hat man auch. Manche Bei Van Blömen ist es so schön, die und die Chorstudenten hat man freudig gegrüßt, die hat man gegrüßt und die Bürgerschaft dazu, hat man gar nichts gesagt, wenn man sie getroffen hat. das ist halt so eine Entwicklungsgeschichte, eine Sozialisationsgeschichte, ist da immer irgendwo drin. Und das vielleicht, ja, die meisten Autoren sind ja schon älter, das auch mit einem gewissen Abstand zum tatsächlich Geschehenen. Das ist eine ganz gute, ich denke mal, so kann man es ganz gut sehen. diesen Roman einzuordnen, also es gibt keine eigene Kategorie, er passt in ganz viele Kategorien. Das ist ja eben das, was ihn so spannend und so interessant macht. Und letztlich ist es das, wenn man so einen Roman in der Hand hat und fährt, und das ist fast, also bei Marburg-Romanen ist es fast in jedem drin, diese Fahrt entweder von Kassel kommend oder von Gießen kommend mit dem Zug nach Marburg. Und immer dieses Bild blickt aufs Schloss. Das hatten wir heute auch noch. Wenn man von Gießen auf der Autobahn kommt, blickt man aufs Schloss. Da denkt man sofort an eine Zeit, die vielleicht 150 Jahre her ist. Da haben die Leute genau das Gleiche gesehen. Das fand ich immer ganz spannend. Natürlich kriege ich den jetzt nicht zusammen, aber wenn ich dann nach Marburg fahre...
Holger Zinn: Stadtautobahn Richtung Marburg fahr und sehe das Schloss. Und da denke ich halt auch immer, da gab es so eine Formulierung bei Blöhm, dass er dann fährt, der Zug fährt die Ecke und dann sieht man das Schloss. Zu Hause in Marburg, wieder. Oder wieder zurück in Marburg. Bei dem... Welt in Gold ist es genau das Gleiche, weil der... Hauptfigur ist jahrelang nicht in Marburg gewesen und... Da kommt auch dieser Punktpferd von Kassel, irgendwie die Ecke mit dem Zug und sieht dann plötzlich das Schloss und dann sind die Erinnerungen wieder da. Das ist so ein Rückfall in die Studentenzeit quasi.
Korpo Talk: Das ist doch wie bei Heidelberger Romanze doch auch der Fall. Also ich finde, der kristallisiert sich da auch immer ein gewisses Schema raus. Es gibt immer diesen märchenhaften Rückzugsort, diesen Studienort, wo derjenige in diese Welt eintritt und sie wieder verlässt. Ich meine, ist ja genau das auch hier, was du gesagt hast, mit der Zugreise dahinten, dass das in vielen Romanen zum Beispiel ein Teil ist. der Protagonist betritt diese Welt, ein sich geschlossener Kosmos und kehrt wieder als... Durch das Wachstum, was er erlebt hat, seiner Heldenreise nach Joseph Campbell zum Beispiel, diesen Ort wieder verlässt er wieder und später kehrt er wieder hin und hat dann diese Erinnerung.
Holger Zinn: Das haben wir doch alle. Wenn wir jetzt an unsere Studienorte fahren, treffen uns mit unseren Bundesbrüdern oder treffen uns mit ehemaligen Kommilitonen, dann werden wir feststellen, das läuft ja so ähnlich. Worüber unterhält man sich? Über die Zeit damals. Ich war neulich beruflich in Marburg, hatte überhaupt nichts mit Studentenverbindung zu tun, hatte überhaupt nichts zu tun gehabt mit Studium. Ich war beruflich bei den Stadtwerken. Und trotzdem, wir haben uns dann an einem Ort getroffen, wo ich dann sozusagen, dann hieß es ja, lass uns zusammen Mittagessen gehen. Und dann sind wir in Lokal gegangen, ja, das ich aus meiner Studentenzeit noch kannte und wo ich sagte, da hat sich auch nicht so viel verändert. Und dann musste ich so bisschen schmunzeln und da sagte einer zu mir, Sie waren hier schon als Student, also von den Mitarbeitern der Stadtwerke, mit denen ich da zu tun hatte. Sie waren hier schon als Student. Da habe gesagt, ja, kann ich mich dran erinnern. Also dieses Rückfallen in die Studentenzeit, ist immer drin in solchen Romanen. Ja, das ist eine ganz spannende, immer dieser Rückfall. Und den erlebt man ja selber und dann sieht man, ja, dann liest man das Ding auch genau vor diesem Hintergrund.
Korpo Talk: Wird es?
Korpo Talk: Würdest du sagen, das Schreiben über Verbindungen eher wirklich immer eine Insider-Angelegenheit ist oder fast quantitativ gleich mit Außenstehenden oder mehr? Ich frage das in dem Hintergedanken, weil wenn du dir die TV-Produktion anguckst, ist das ja hauptsächlich von Außenstehenden verfasst. Walter Blöhm hast du ja gesagt, der ist ja Kochstudent gewesen, die anderen Autoren auch oder zumindest waren sie das eine Zeit lang, bis sie ausgetreten sind. Wie beurteilst du das?
Holger Zinn: Es ist
Holger Zinn: Also es ist natürlich, wenn ich selber eine Mensur gefochten habe, weiß ich, worüber ich schreibe. Und das, du jetzt sagst bei den Fernsehsendungen, auch wenn da Beratung von irgendwelchen Kooperierten dabei ist, wie beim Tatort, den Burnett-Tatort, ja gut, der ist noch relativ nah dran, aber wenn ich mir so angucke, da gibt's SoCo,
Korpo Talk: Der ist gut.
Holger Zinn: Irgendwas Stuttgart Soko... Welche Soko war denn das? Also in Jena gibt es einmal so ein Krimi mit einer Studentenverbindung. Da merkt man einfach, dass alles so ist nachgestellt, ist halt wenig authentisch und auch manchmal recht unlogisch. den Romanen, da wird auch vieles verklärt, vieles... bisschen zurecht gebogen, damit es in den Handlungsablauf passt. Aber wenn der Autor weiß wovon er redet, wovon er schreibt, dann ist das schon angenehmer. Ich hab das neulich durch einen Zufall aufgefallen. weiß gar nicht, welcher Roman das war. Da wurde eine Fechtszene dargestellt. Und da hat der Autor sozusagen die Geräusche beschrieben während des Fechtens. Also, Klack, plopp, klapp, tärz, quad, tärz, quad. Das einmal auf den Korb, einmal auf den Stuhl. Da merkt man dann, aha, Wechseltempo. Herzquart und so. Also das ist relativ schön nachvollziehbar, wenn es ein Autor war, der selber was mitgekriegt hat. Das merkt man halt dann beim Stefan Peters zum Beispiel. Der hat Mensur theoretisch aus der Literatur sozusagen aufgesaugt und hat das dann in seinem Roman verarbeitet. Da sind dann schon paar Schnitzer drin.
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Also, t... von den Kommandos, von der Beschreibung, wie sich die paar Kanten aufstellen und so weiter. Da merkt man dann schon, okay, so richtig Ahnung hat er keine. Also angelesen statt erlebt.
Korpo Talk: Ja gut, das erkennt der Insider halt sofort. Das sind halt fälschungssichere Signale, die wir da wahrnehmen.
Holger Zinn: Ja, das ist ja das Schöne. Wir wissen dann, was Sache ist. Jetzt muss man aber auch dazu sagen, das ist natürlich von Hochschulort zu Hochschulort unterschiedlich. Klar, und der Comment hat sich auch über die Jahre entwickelt. insofern, das, was Blöb geschrieben hat, ich möchte gar nicht... Ich habe mir mal ein Marbeuer Comment aus dem 19. Jahrhundert angeguckt. So möchte ich ehrlich gesagt mich nicht hingestellt haben.
Korpo Talk: Ja.
Holger Zinn: Nach den Regeln
Korpo Talk: Was ist denn da z.B. anders? Was ist denn da zum Beispiel anders?
Holger Zinn: Ja, es ist einfach... Ich habe in Marburg meine Partien gefochten Wechseltempo. Und in der Zeit war es halt Tempo los bei Los, halt bei Halt. Und was du dazwischen gemacht hast, war egal. Also das war nicht so richtig festgelegter. Also so streng festgelegt wie in heutiger Zeit. Das ist aber eine Gefühlsache. Oder anderer würde sagen... Das ist ja gerade der Reiz, da hätte ich mehr Spaß dran. Ich habe jetzt nicht so viel Spaß dran. Das muss man halt einfach sehen. Die Autoren haben da halt ihre Zeit geschildert.
Korpo Talk: Mmh.
Korpo Talk: Wie findest du denn die Beurteilung der Mensurszene bei der Untertan von Heinrich Mann? Weil sein Bruder war ja im Chor Alemannia München aktiv und da ist ja auch ein gewisser Wechselaustausch, der da stattgefunden hat. Ich Victor Mann war der Bruder, der dort aktiv war.
Holger Zinn: Also da bin ich so tief steck ich da nicht drin, aber jetzt haben wir natürlich das Problem, dass wir die Mensurszene beim Untertanen in der Regel aus dem Film kennen.
Korpo Talk: Mhm, ja.
Holger Zinn: Also die Mensurszene im Buch, ich sag mal, die ist, glaub ich, okay. Also die ist jetzt nicht übertrieben falsch, die ist okay dargestellt. Aber wir sehen es halt einfach im Film. Das ist das, was die meisten von uns vor Augen haben. Also eigentlich auch nur die Szene, es dann einschlägt. Ja, ist halt so. Also da ist wieder die künstlerische Freiheit. Da hast du dann wieder...
Korpo Talk: Mhm. Ja, apropos ...
Holger Zinn: einen Regisseur, meinte, das musste anders machen, damit es besser wirkt.
Korpo Talk: Ich meine, sagen wir mal jetzt auch wieder so künstlerische Freiheit. Welche literarischen Klischees über Verbindungen triffst du da immer sehr häufig? Da findest du besonders wirkmächtig.
Holger Zinn: Ja, ist alles drin. Also da ist wirklich... Du hast immer die Situation Unterordnung, Überordnung. Auf der einen Seite Unterordnung, Überordnung vor dem Hintergrund der kooperationsstrategischen Erziehung. Auf der anderen Seite aber auch Befehl und Gehorsam. Das hast du drin. Du hast dieses Klischee, das getrunken wird. dass viel getrunken wird. hast das Klischee, Arroganz, Überheblichkeit. Das sind so die typischen Sachen. Selbst intern zwischen den Kooperationen. Die Abstufung, wer ist jetzt wertig, wer ist jetzt weniger wertig. Das hast du da alles drin. Es kommen alle Klischees vor. Es kommen natürlich auch... Zeitgeist bedingt Klischees vor beispielsweise dieses ganze Thema, wobei das eher eine Randeerscheinung ist, immer mal so eingesprengt. Bei Blüm in den späteren, Komödiantinnen und Paragrafenreiter eher häufiger, im krassen Fuchs noch nicht, auch diese Andeutungen in Richtung Antisemitismus sind drin, aber In den 20er Jahren, also die Romane der 20er Jahre, wir dann so bisschen Wehmut Richtung Kaiserzeit. Also dieses Mix anfangen können mit der Weimarer Republik. Das ist also so ein Thema der Endzwanziger Jahre. Aber so aus dem Verbindungsleben, wie gesagt, Fechten, der Comment. der Alkoholmissbrauch. nicht so stark vorkommt, ist das Thema Studieren. Weswegen man eben an einem Hochschulort ist. Dieses Thema der
Holger Zinn: Aktivität steht im Vordergrund. Es beschreibt keiner in seitenlangen Abhandlungen, wie die Hauptfigur ins Seminar geht, wie er in die Bibliothek geht, lernt. Das erfüllen ist man eher selten. Kein Roman, wo das so... Doch, doch, doch, doch, doch. Was ich gesagt habe, der ist in den 50er-, 60er-Jahren von dem VDST her.
Korpo Talk: Ja, stimmt.
Holger Zinn: der schreibt tatsächlich, dass er regelmäßig in der Bibliothek ist und dass er da gelernt hat. Also, das auch mehr Selbstdarstellung.
Korpo Talk: Findest du denn, dass diese Vorteile, die in den Romanen transportiert werden, in den Filmen oder in den Föjötons, eher ein Grund für die Vorteile, Verbindungen gegenüber sind als reale Erfahrung?
Holger Zinn: Ich wüsste jetzt niemanden, bevor er studiert hat, mal einen Studentenroman gelesen hat. hat gesagt, da wird viel getrunken. Das finde ich schlecht. Die meisten wissen ja nicht mal nach dem Studium, dass es Studentenromanen gibt. Ich glaube, das hat nicht großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Kooperationen in der Öffentlichkeit gehabt. Weil es die Leute auch nicht einschätzen. ... Wenn dann irgendwo im Roman steht, die ganzen flogen durch den Raum.
Holger Zinn: Was soll denn da bitte jemand drunter verstehen, der von Kooperationswesen keine Ahnung hat?
Korpo Talk: Ja klar, dann haben wir wieder die In-Group-Wörter, die wir halt kennen, unsere Sprache. Und dann ist dann die Barriere.
Holger Zinn: Ja. Das gibt es auch in der Fachliteratur. Ich habe neulich mal eine Biografie über den späteren Führer der Deutschen Landsmannschaft, Herrn Meinshausen, gelesen. Und er hat ein sehr trauriges und eigentlich tragisches Schicksal ereilt. Und der Biograf hat geschrieben, dass der Mainzhausen während seiner Studentenzeit politisch eher links war. Das hat er aus der Quelle, also aus einer Beschreibung von Mainzhausen von jemand anderem, der ihren Job empfohlen hat, gezogen. Und da stand drin, während seines Studiums war Mainzhausen ein gefürchteter Linkser.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Ja, der Mann war Linkshänder. äh, und hat halt auf der linken Hand geforten. Äh, ja, und der Biograf selbst aus der ehemaligen DDR, keine Ahnung von Verbindungen, hat das einfach völlig falsch interpretiert. Also, äh, da liegen wir einfach bei den Romanen, haben wir oft die Fachbegriffe, haben oft Beschreibungen, die man als ... Verbindungsstudenten nickt man einfach und als Außenstehender sagt man, gut, das ist halt die Sprache.
Korpo Talk: Findest du, dass so ein Szeneroman auch ziemlich schnell nach hinten losgehen kann? Dass es halt eher unangenehm peinlich werden kann, also in der Außendarstellung?
Holger Zinn: Es kommt ein bisschen darauf an, wie sehr man echte Situationen einbezieht. Blöhm hatte ja das Problem, er so konkret wurde. Also es gibt einen Brief von Blöhm an den Hermann Bauer, das ist ein Marburger Verleger, und da hat er ihm erklärt, welche Figur im krassen Fuchs wer in der Realität ist. Also das ist schon relativ nah. Und man hat Blöhm, der war ja auch eine Zeit lang dann bei Tortugias suspendiert oder, also es war schon, man hat ihm deutlich gesagt, man das Ganze so nicht gut findet, kann nach hinten losgehen.
Korpo Talk: Okay, das war jetzt, sagen wir mal, direkt spezifische zeitbezogene Reaktion von der damaligen Activitas, beziehungsweise von dem Bund hier an sich. Das ist ja mit Mozarts Zauberflöte ja auch der Fall gewesen. ist ja auch eine indirekte Freimaurer-Oper. Und wenn man sich da so ein bisschen einliest, waren die Reaktionen aus Mozarts Freimaurer-Umpfehlung, aber ja auch selber Freimaurer, sehr negativ. Heute ist es ja so, wenn man den zu...
Holger Zinn: Mmh.
Korpo Talk: Wenn die Freimaurer davon sprechen, dann freuen die sich total, es eine Mozart-Ofer die sich mit dem Thema beschäftigt. Ist das auch bei Verbindungsromanen der Fall, sie jetzt viel mit blöben, dass die Zeitgenossen das nicht so toll finden, dass so was geschrieben wird, aber eigentlich ein ziemlich tolles Zeitdokument, fiktives oder literarisches Zeugnis ist?
Holger Zinn: Der Studentenroman als Quelle ist hervorragend. Also das muss man wirklich sagen. Das reichert so ein bisschen die spröderen Archivquellen an. Ich hab das selber gemerkt. Ich hab mich dann mal mit dem Kutzleb beschäftigt, also die Hochwächter aus diesem Umfeld des Wandervogels. Und hab mich dann mal auf der Burg Ludwigstein in...
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Südlich von Witzenhausen, also zwischen Bad Sodenallendorf und Witzenhausen, ist das Archiv der Deutschen Jugendbewegung. Ich habe mich mal in die Akten reinversetzt. habe mir den Nachlass-Kutzlepp angeguckt. Durch einen Zufall hatte ich da Kontakt zum Teilnachlass bekommen in Weilburg. Der hat dem Archiv des Gymnasiums einen Teil seines Nachlasses überlassen. Ja, da merkt man... Also das hat schon auch... Die Freistudentische und Wandervogelbewegungen in Marburg hat es mir näher gebracht. Also die Geschichte des Romans ist sozusagen ein bisschen der Buntstift gewesen in der etwas tristen Beschreibung der Situation in den Archivquellen. Fand ich ganz spannend. ist jetzt nichts, worauf man sich wissenschaftlich aufbauen es gibt so eine Tonspur. Das finde ich ganz angenehm.
Korpo Talk: Lass uns noch mal als nächstes ein bisschen über Ideologie und wie wir schon angesprochen haben Zeitgeist sprechen. Kann man an Verbindungsromanen gut ablesen, wie sich nationale, bürgerliche oder sagen wir mal, elitäre Selbstbilder im Laufe der Zeit verändert haben?
Holger Zinn: Also bei Blüm ja. Der hat tatsächlich auch einen Wandel in seiner Person hinter sich gebracht. Der sah in den späteren Romanen, die auch so bisschen studentische Anklänge haben, sah er Dinge anders als im krassen Fuchs. Das kann man tatsächlich sehen. ist eine Entwicklung, ist aber auch der einzige, wo ich sehen kann, weil er eben mehrere Bücher geschrieben hat. Aber wenn man sich die Zeit das Ganze anguckt, ich würde jetzt nicht sagen, man einen politischen Wandel erkennt. Es gibt skurrile Sachen, die auch politisch sind. Beispielsweise, das ist mir neulich erst in die Hände gekommen, ein Werk von Joseph Goebbels. Wie heißt denn das? mal, da muss ich jetzt mal kurz gucken,
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Ich habe das tatsächlich noch erst halb gelesen. Muss ich mal kurz gucken. Das war... das heißt... Moment, Moment,
Holger Zinn: Das heißt...
Holger Zinn: Ich hab's hier auf dem E-Book-Reader. Michael, deutsches Schicksal in Tagebuchblättern.
Korpo Talk: Hm, erster bekannt, Buch.
Holger Zinn: Ja, gut, es ist im Verlag Franz Eher in München erschienen. Es ist eigentlich eine politische Schrift. Aber das einzige Werk, ich sage, das ist so studentisch politisch in allen anderen. da kommt immer mal was so, kommen immer mal so Sachen vor, wie dass man, dass man halt sieht, okay, da gibt es Freistudien, die sind eher politisch links oder
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Die werden halt von den Kooperationsstunden nicht ernst genommen. Solche Sachen. dass man explizit politische Inhalte hat, gegebenenfalls parteipolitische, ist eher nicht der Fall. Man beschäftigt sich mit sich selbst.
Korpo Talk: Ich glaube, dass das Frauenbild sich gewandelt hat.
Holger Zinn: Das Frauenbild ist katastrophal in diesen Romanen. Also wie gesagt, diese Dreiteilung... Man muss aber auch sehen, waren die meisten Romane spielen in einer Zeit, wo entweder noch gar keine Frauen an den Hochschulen waren oder wo das eben neu war. Das merkt man auch in dem... Also kurz, glaube die Hochwächter. Da diskutieren die seitenweise über die Frage, ob man jetzt Frauen aufnehmen soll oder ob die überhaupt das Wandervogelgefühl sozusagen verinnerlichen können. Das ist ein ganz anderer Blickwinkel als heute. Diese Situation. Also diese ungewöhnliche Situation, dass Frauen an den Hochschulen sind, das gibt es heute nicht mehr. Heute ist es so normal wie Credit Points und Bachelor. damals war das in der Hochzeit des Studentenromans, war gerade auch dieser Umbruch da. Wir haben zwei große Umbrüche. Einmal dieses Wachstum des Kooperationsstudententums. ja, entwickeln elitäre Zusammenhänge. Und das Zweite ist einfach ...
Holger Zinn: im Wandel des Frauenbilds, aber auch immer am Rande. Veränderung der politischen Situation. Gerade in Marburg haben wir ja diese, ja, da gibt es ja auch einen ganz bekannten antisemitischen Reichsdachsabgeordneten schon im späten 19. Jahrhundert. Und das kam auch irgendwo bei den Studenten, ich sage mal, am Rande vor. Also so dieses Ich hab mir beim Judengeld geliehen.
Holger Zinn: Und am Konvent hat man dann gesagt, wie kannst du dir beim Judengeld leihen? Das ist so, das ist sozusagen das, was politisches angeht, der höchste Abschlag. Sonst, also in den Romanen im Kaiserreich, waren wir kaiser treu. Da waren wir die Speerspitze des Bildungsbürgertums, kaiser treu, ordentlich arrogant, ordentlich selbstbewusst.
Holger Zinn: Da hat man manches gar nicht gesehen. Der Industriearbeiter. Es gibt einen Burschenschafterroman, der sich mit dem Thema beschäftigt. Wobei es sehr wenige Burschenschafterromanen gibt im Verhältnis zu der Gesamtzahl von Romanen.
Korpo Talk: Ja, ist das so.
Korpo Talk: Und für das ein, warum eigentlich? meine, identifiziert ja, also der nicht in der Verbindungswelt irgendwie ansatzweise unterwegs ist, alles als Burschenschafter. Und gerade die Burschenschafter sind diejenigen, die am wenigsten vertreten sind.
Holger Zinn: Ja gut, vielleicht ist deren Leben einfach am wenigsten spannend. Oder... Ich kann es auch nicht beurteilen. Ich sehe das nur von außen. es ist vielleicht... So ein schillerndes, chorstudentisches Leben ist halt deutlich sexier als ein bodenständig-burschenschaftliches Leben.
Korpo Talk: Das kann ich nicht beurteilen. Das denke ich nicht,
Holger Zinn: Also da würde ich sagen, es sicherlich Unterschiede. in der, im Auftreten und auch in der Beschreibbarkeit. Es ist halt, es ist halt was anderes, wenn ich beschreibe, dass man so eine typisch aktive Woche mit Kutschen ausfahrt und da wird man dann, wenn man der Kutsche vom Frühschoppen zurückkommt, wird man dann mit Blumen beworfen von den Dorfschönheiten und solche Sachen. Ist was anderes als, ist halt was anderes als wenn ich hergehe und erzähle, dass ich politische Arbeit mache.
Korpo Talk: Mh.
Holger Zinn: Das ist...
Korpo Talk: WEMEN?
Holger Zinn: glaube, darf den Autoren auch das geschrieben, was die Leute lesen wollen.
Korpo Talk: Absolut. Gibt es denn Situationen, wo Verbindungen diese literarischen Bilder versucht haben zu korrigieren oder haben Sie es hingenommen?
Holger Zinn: Es gab immer wieder Streitereien. ist aber bei jedem Genre, wenn sich jemand ertappt fühlt oder wenn jemand sagt, okay, da bin ich zu deutlich beschrieben oder das ist eine falsche Beschreibung von mir. Es gab immer mal die Diskussion. Das ist normal, denke ich.
Korpo Talk: Hat denn auch der krasse Fuchs damals das Selbstbild von Korporierten beeinflusst? Bewusst oder unbewusst?
Holger Zinn: Also jetzt mal ganz ehrlich, ich glaube nein. Ich weiß gar nicht, ob das viele Kooperierte in ihrer aktiven Zeit gelesen haben. Ich glaube, das war eher eine Sache, wo das war so eine Unterhaltungsliteratur, das muss ich mal am Sonntagmittag nach dem Kaffee hinkriegen, ich gesagt, ach komm, jetzt lesen wir da mal was. Und ja, dass man dann schon so ein paar Jahre im Beruf war, gesagt, ach ja, das war bei uns so ähnlich oder ach guck mal, da war ich auch oder das kenne ich auch.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Ich glaube nicht, das irgendeinen Einfluss auf die aktiven Kooperationen hatte oder auf kooperationsstudentisches Verhalten. Blöhm hat später dann in der Chor-Zeitung viele Artikel geschrieben, er einige Artikel geschrieben, der Chor-studentisches Verhalten, was er im Graßen Fuchs noch verherrlicht hat, kritisiert hat. Ich glaube, das hat mehr Wirkung gehabt als der krasse Fuchs.
Korpo Talk: Okay.
Holger Zinn: Und bei anderen ist es teilweise so abstrakt oder so individuell, dass das gar nicht auf die Masse der Kooperationsstudenten eingewirkt
Korpo Talk: Interessant. Ich hätte damit gerechnet, dass vielleicht auch so eine breite Publikation wie der krasse Fuchs auch das Selbstbild ein bisschen beeinflusst hat. Weil es ist ja auch irgendwo so eine Art Synchronisierung, die dann stattfindet. Andere Kooperierte aus anderen Städten lesen dieses Buch, vergleichen das mit ihrer Gegenwart und führen Veränderungen in ihrem Verhalten, ihrem Auftreten durch. Versuchen das zu imitieren vielleicht.
Holger Zinn: würde ich sagen eher nein. Das hat man gar nicht gebraucht, sondern wir haben damals sowieso eine deutlich höhere studentische Mobilität gehabt als heute. Das soll heißen, die Leute haben nach drei, vier Semestern gewechselt. Die Leute sind mal für ein Semester, so ein Sommersemester in Greifswald. Wenn ich das gewusst hätte damals, wäre ich sofort mal für ein Semester nach Greifswald gegangen. ist ein Traum im Sommer.
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: Im Winter zum Skifahren irgendwo in Freiburg. Klar. Man hat sich viel mehr ausgetauscht. Man war deutlich mobiler als heute. Und ich glaube, hat sozusagen die verschiedenen regionalen Ausprägungen des Kooperationsstudententums etwas nivelliert und einheitlicher gemacht. Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn es Unterschiede gibt. Vielleicht sollte man die auch gar nicht unter den Tisch kehren. Das macht es ja eben aus. Jede Stadt hat ihre Buche.
Korpo Talk: Interessant. Sehr interessant. Dann Holger, dann lass uns noch mal zum Ende kommen. Welche drei Bücher würdest du dir empfehlen, wenn man sich ernsthaft mit Literaturzuständenverbindungen beschäftigen möchte?
Holger Zinn: Welche drei Bücher? Meinst du jetzt Romane oder meint du jetzt wissenschaftliche Werke?
Korpo Talk: Also wir haben ja den krassen Fuchs, den haben wir ja schon mal jetzt erwähnt. Der ist auch drin in den Show Notes. Aber welche drei Bücher würdest du sagen noch?
Holger Zinn: Ich würde es gar nicht so festmachen, welche drei Bücher es den Grassen Fuchs, weil es einfach der Klassiker ist. Einfach mal gucken, wo man selber studiert hat. Es gibt eigentlich für jede Hochschule statt gibt es einen Roman, mindestens einen. Ich glaube, da ist man gut aufgehoben, zu recherchieren, zu gucken, was es gibt. Ich versuche das ja in meiner Liste, die muss ich mal wieder aktualisieren. Ich habe selbst jetzt
Korpo Talk: Hm?
Holger Zinn: Ach Gott, ich weiß gar nicht, so fünf, sechs Bücher, wo Aufsätze und Hinweise zu Studentenromanen drin sind, die muss ich mal alle durcharbeiten und eine Aktualisierung machen. Auf meiner Liste kann man ja auch nach Hochschulorten suchen, soweit die irgendwo nachvollziehbar sind in dem Werk. Und da würde ich einfach mal gucken, was ist meine Hochschulstadt? Was gibt es da an Romanen? Ganz ehrlich, ein Roman über, also es mir immer aufgefallen, was war das Innsbruck? Ist ja schön und gut, das liest man, aber man hat nicht so die Beziehung dazu. warum sollte jemand, der in München studiert hat, Roman lesen über einen Kaffee wie Marburg oder Göttingen? Deswegen so ein Klassiker auf jeden Fall mal, dass man mal sieht, das ist sozusagen
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Das bekannteste und eigentlich populärste, was es gibt. Und dann einfach die eigenen Sachen. So eigenen Umfeld, eigenen Kontext.
Korpo Talk: würde sagen, dass es regelmäßig neue Bücher braucht. Also dass die Jungs sich mal da hinten draußen hinsetzen und Bücher schreiben.
Holger Zinn: Nein. Also ganz ehrlich, ich habe lange, also ich hatte den Carsten Hohagen gelesen, ich habe danach den Stefan Peters gelesen, da hatte ich mir überlegt, es erstrebenswert, einen Studentenroman zu schreiben? habe ich sofort für mich, also ging relativ schnell diese Überlegung, habe gesagt nein. Weil was soll man da erzählen? Die Geschichten, die man selbst erlebt hat, die kann keiner nachvollziehen, weil in unserer etwas schnelllebigeren Zeit die Lokale, wo wir damals waren, wo was passiert ist, wo man was erlebt hat, beispielsweise alle weg sind. Fast alle weg sind. Was soll man denn schreiben? soll ich was schreiben über Marktfrischung? Das ist aber auch, ich kriege keine 200 Seiten zusammen in der vernünftigen Geschichte.
Korpo Talk: Und hier ist meine Erinnerung ab. Punkt.
Holger Zinn: Nein, das ist... Nein, die Marktfrühschoppen weiß ich noch. Da muss ich ehrlich sagen, da habe ich wirklich Schönes erlebt, aber auch da. Uns haben mal unsere Nachbarn... Das war nach meiner letzten Partie in der Nacht. Da hatten wir relativ viele Partien gestellt an dem Pauktag. Das war Tag vor dem Marktfrühschoppen, da wir abends noch ein Bier trinken.
Korpo Talk: Beim Marktfrisch shoppen.
Holger Zinn: Nach den Partien und da haben uns unsere Nachbarn den Kneipsaal komplett ausgeräumt, die Mabuhe Germane, und haben den drüben bei sich aufgebaut. Dann haben wir unseren Kneipstall wieder ausgepaugt. Das war für Germania ganz schlimm, wir den dann wirklich... Die hatten nicht gerechnet, dass wir mit zu vielen kommen. Und da war es dann so, dass wir den... Einen wunderschönen Nachmittag bei denen, erst in der Kneipe, dann auf der Terrasse, dann bei uns, hatten nach dem Markt frisch geoppt. War eine tolle Erinnerung, aber die könnte man in so einen Roman reinbringen. Nur, interessiert das bitte?
Korpo Talk: Ja klar.
Holger Zinn: Also ich habe jetzt nicht so ein schönes Studentenleben gehabt. Absolut. Auch als Kooperationsstudent. Aber ich würde jetzt meine Geschichte nie in einen Roman packen. Und ich habe auch nicht das Sendungsbewusstsein, dass ich einen Roman schreiben muss. Das, was da ist, ist gut. Das, was da ist, reicht. Irgendjemand wird nochmal was schreiben.
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Mal sehen, es bekannt wird oder nicht. Ich weiß es nicht. jetzt auch vor dem Hintergrund der Zielgruppe. Für wen schreibe ich dann das Ganze?
Korpo Talk: Ja, das ist eine gute Frage. meine, die Gruppe ist relativ klein am Ende,
Holger Zinn: dass ich dann... Ja, und viele in der Gruppe interessiert es ja dann auch nicht. Also es muss man ganz pragmatisch sagen. Es gibt ganz viele Studenten, auch Kooperationsstudenten, die noch nie was von Studentenromanen gehört.
Holger Zinn: Ja, das ist halt, ich sag mal, ist ein Hobby, ein bisschen exotisches Hobby, aber... Bei mir geht's so weit, hab dann eigentlich... Vom Blüm hab ich eigentlich alle Auflagen des krassen Fuchsen. In den verschiedenen Einbänden, Schutzumschlägen und so weiter. Ich sag mal, so ein normaler Mensch hält mich für verrückt. Die sind so unterschiedlich und teilweise auch so schön gestaltet. Das macht einfach Spaß und man muss ja nicht die teuren Varianten kaufen. Vielleicht findet man eine günstige
Korpo Talk: Ja, ich glaube, die aktuelle ist relativ günstig. war unter 10 Euro.
Holger Zinn: Ja, ist aber so Print on Demand. Das ist... Ich hab's ganz gern, wenn man einen Roman aufschlägt und feststellt, das hat schon mal jemand gelesen, weil da irgendwie noch ein Zettel drin liegt oder irgendwelche Tabakkrümel oder Rotweinfläcken. Das ist, glaub ich, authentischer. Macht mir aber mehr Spaß. ... Ja, man könnte ... Man könnte ja mal hergehen. könnte sich da intensiver mit beschäftigen. Was jetzt bei Blüm, das ist jetzt sozusagen mein, ich habe so ein paar Ziele noch für die nächste Zeit, was ich bei Blüm jetzt endlich mal finden möchte. Der Roman wurde ja auch verfilmt.
Korpo Talk: Ach echt?
Holger Zinn: Da gibt es einen Film, da habe ich das Filmprospekt zur Hand. Es gibt in den entsprechenden Katalogen zum deutschen Film Hinweise, dass es den Film tatsächlich gibt, dass er gedreht wurde. Aber ich habe ihn noch nicht gefunden. Das wäre ein Traum, wenn man das Ding auftreiben könnte. Das wäre dann ein guter Ersatz für die Feuerzangenbohle. die auf dem einen oder anderen Kooperationshaus gern angeschaut wird, wenn man dann so einen Film hätte. Aber ich bin da jetzt seit Jahren dran, hab ihn noch nicht gefunden. Das wäre nochmal eine Herre.
Korpo Talk: Vielleicht gibt es ja draußen einen Zuhörer, der das weiß. Der kann sich ja gerne bei uns melden und dann schlagen wir zu.
Holger Zinn: Ja, ist die eine Sache, die andere Sache. Es gibt einen Ausstellungskatalog von einer kooperationsstudentischen Ausstellung in Österreich in 90er-Jahren auf der Schallerburg. Und da schreibt einer in einem kurzen Artikel, dass es 1400 Studenten-Romane gibt. Aber relativ unbelegt. Ich möchte die alle sehen. Also ich habe jetzt so 300, 400 im Keller stehen. zwei Billiregale voll und ich möchte einfach, ehrgeizte Sammlers, eine vollständige Liste haben. Was es alles gibt, beziehungsweise, ich möchte es eigentlich dort im Keller stehen haben, dass man mal gucken kann. Wenn jemand was heißt, wenn jemand mich auf Romane aufmerksam machen kann und will, dann soll er die Lösung wählen.
Korpo Talk: Dann freundet sich dein...
Holger Zinn: anzumailen oder anzurufen und mir einfach mitzuteilen, dann werde ich den in Liste aufnehmen und werde mich bemühen, den zu finden. falls jemand, also wir haben jetzt das große Glück über Print-on-Demand und Digitaldruck und so weiter. Da gibt es ja einige Verlage, WJK-Verlag zum Beispiel. Herr Bertrams, der gibt ja sehr viele Studenten-Romane in einem in einem Reprint raus, da kriegt man für billiges Geld die Dinge auch. Und deswegen, ich kann halt nicht sagen, welche gut sind, weil, wie gesagt, wenn da einer über Holzminden, das ist ja mal so Running Gag im Kooperationswesen, irgendwie oder so, unbekannte Städte in einer unbekannten Stadt handeln. Das interessiert mich nicht so sehr. Das wird schnell quergelesen und gut. Aber... Manch anderer, der dort studiert hat, interessiert es vielleicht. Absolut. wie gesagt... Wenn ich nicht als Erstes den Blüm erwischt hätte mit dem persönlichen Bezug, und wenn man sich dann überlegt, da sitzt man im Sommersemester oben in Marburg am Schloss, guckt auf den Dammelsberg und liest in dem...
Korpo Talk: Das ist immer der persönliche Bezug, glaube ich, letztendlich.
Holger Zinn: Buch dass die große feier mit den des tausendstund studenten in dem wäldchen war und dass dort die Was sind das buchen die dort stehen dass die mit lampions behängt waren? Man guckt dort hin und denkt sich oder fällt jetzt die lampions. Könnte man sich das vorstellen? Wenn dann einer erzählt was weiß ich dass man in jena das und das gemacht hat ja ich kenne so gut Nur mal jena nicht also kann ich mir nichts darunter vorstellen deswegen Ist das etwas?
Korpo Talk: Was ist ein Roman mit einem fiktiven Handlungsort, wo eher Klischees, Schemata, Betracht behandelt werden, selber von einem kooperierten T-Rex-Verwindungswesen nicht schlecht machen möchte, sondern einen verschlüsselten Erfahrungsbericht wiedergeben möchte?
Holger Zinn: Jad Blüm hat zum Beispiel in seinem Folgeroman, Komödiantinnen, einen fiktiven Hochschulort genommen.
Korpo Talk: Hm?
Holger Zinn: Es hat man öfter. Manchmal wird überhaupt kein Name genannt. Dann muss man sich das erschließen durch Ortsbeschreibungen, durch... dann irgendwo drin steht, der Zug kommt von so und so, dann erwarten mich meine Co-A-Bunde-Sonstwas-Brüder im Bahnhof. Da kann man sich überlegen, der kommt entweder von Kassel nach Göttingen oder von Kassel nach Marburg.
Holger Zinn: oder wenn dann irgendwelche Zeitangarten drin sind, kann man der Universitätsgeschichte so einen Abgleich machen. jetzt, wie ich gesagt habe, bei Blüm bin der nicht Marburg schreiben würde. Mit der Sachen 1887 der 1000. Student. Da kann ich genau gucken, welche Hochschule in dem Jahr den 1000. Student hatte. Glück, gibt's nur eine, das ist Marburg. Also das kann man sich schon...
Korpo Talk: Die erste Massenuniversität.
Holger Zinn: Nee, die anderen waren größer. Marburg war ja eine Dorfuniversität bis 1866. hat man so... Wenn es gut lief, 300 Studenten, eher 200. Und erst seit die Bude preußisch war, ist da der Knoten geplatzt. Aber auch durch die Förderung des Landes 1866 hat man halt an der südlichen Grenze Preußens... eine Hochschule ordentlich aufziehen wollen. Man hat ja in direkter Nähe die Hessische Hochschule in Gießen gehabt. Das ist ja sozusagen die Ecke.
Korpo Talk: Die heutige Justus-Liebig-Universität oder?
Holger Zinn: Genau. und ja
Korpo Talk: Ja gut, Holger.
Holger Zinn: Haben wir uns heute mal über etwas Ungewöhnlicheres aus dem Studentenleben unterhalten? Vielleicht kann man ja mal... Gibt ja auch Experten fürs Studentische... Das ist jetzt die studentische Literatur. Dann gibt es vielleicht den studentischen Film. Ich weiß gar nicht, ob sich irgendjemand mit beschäftigt intensiver. Das könnte man auch mal als Thema irgendwo aufgreifen. Gibt ja Listen...
Korpo Talk: Mhm.
Holger Zinn: in welchen Serien Studenten vorkommen oder kooperationsstudentische Folgen. Also, glaube, jede SoCo hat eine kooperationsstudentische Folge, Tatort und so weiter gibt es ja auch.
Korpo Talk: Mmh. immer der Mord auf dem Verbindungshaus stattfindet und der Konvent deckt den Mörder.
Holger Zinn: Genau. Und die alten Herren, die 17 alten Herren, die Anwälte sind schlagenden, hauen den Mörder raus und sagen, hier pass mal auf, das war der gar nicht. Oder der Koa Bruder, der Oberstaatsanwalt ist, der dem Polizeikommissar sagt, hier pass mal auf, stell mal schön die Ermittlungen ein. Meine Koa Brüder waren das nicht.
Korpo Talk: Genau, und nicht nur er, sondern das ganze System plötzlich aus Verbindungstudenten besteht, die dann decken.
Holger Zinn: Ja und dann der Pathologe, der findet die Kugel nicht, weil er Kartellbruder ist und so weiter. ist ja, also sowas gibt es auch und davon gibt es ja reichlich. Also das ist auch mal ein Schlauch.
Korpo Talk: Ich hab da zum Beispiel eine Szene, ich leider nicht mehr wo das gespielt hat. war auch so, da ist dann halt, ich würde mal sagen, das Treffnader zu formulieren, ein Aspirant, der in die Verbindung aufgenommen möchte, ein Anwärter. Also ich rede jetzt hier nicht von einem Kallgast oder einem Spielfuchs, sondern es war eher wie ein Anwärter, der da hinkam. Und dann hat sich diese Verbindung in einem dunklen Hinterzimmer von einer Gaststätte getroffen. Und der Junge kam dann da an, dann hat sich der Sprecher bzw. Senior vor ihm hingestellt, hatte den Chargenwix an, dann hat er ihm eine Ohrfeige durchs Gesicht gegeben und dann hat er gesagt, Martin, nimmst du den Beschluss des Konventes an? Und er dann so, ja, wir nehmen dich auf. Das ist geil.
Holger Zinn: War das so kopotstamm? Gibt es auch so eine Folge, die ist total abstrus, was das Ganze angeht. da gibt es einen Thüringen-Krimi, wo auch Studentenverbindung eine Rolle spielt. Auch auf einem echten Verbindungshaus gedreht. Total abstrus mit Transpersonen und verqueren-Liebesbeziehungen. anstrengend einfach. Und es gibt sicherlich jemand, sich damit beschäftigt. Und natürlich, das was die Literatur abbildet, bildet auch das Studentenlied ab. Man muss sich ja nur mal die Klassiker des Studentenliedes angucken. Da sind die gleichen Themen drin wie in einem Studentenroman.
Korpo Talk: findet man dann auch Inspiration, man selber machen möchte.
Holger Zinn: Ja, man könnte da auch so bisschen, wie soll man sagen, man könnte da ein bisschen Inspiration finden. Es gibt ja genug Leute, sich also Studentenlied, damit beschäftigen über längere Zeit. Das ist sicherlich auch ein spannendes Thema. Also man könnte wirklich den Studenten, den Kooperationsstudenten in der Kunst, könnte man ja auch. aufgreifen in der bildenden kunst in der schreibenden in der der schreiben singen bildend was auch immer sicherlich da gibt es sicherlich zahlreiche also bei den beiden lieder gibt sicherlich zahlreiche experten ja der studenten roman ist ein schönes thema also auch mal ein schönes geschenk das ist so
Korpo Talk: Mmh.
Holger Zinn: Kleiner Hinweis, es freut sich jeder, wenn er einen schönen Studentenroman aus seiner Universitätsstadt zum Geburtstag bekommt. Die gibt es oft billig, irgendwo im Antiquariat. und man macht da nichts falsch.
Korpo Talk: Absolut. Das ist die Alternative zu dem Allgemeinen Deutschen Kommerzbuch von 1886.
Holger Zinn: Ja, nicht nur die Alternative zum Kommersbuch, die Alternative zu irgendwelchen Festschriften, die keiner liest. Ich sag mal, da lese ich lieber einen Studentenroman als 500 Seiten über eine Studentenverbindung. Ich möchte jetzt sagen, welche, wo dann wirklich ...
Korpo Talk: Hm.
Holger Zinn: drei Seiten lang beschrieben wird. Wie geht man mit der Frage ob die Fliege zum Anzug ein common gemäßer Zustand ist?
Korpo Talk: Das ist wie bei American Psycho mit sechs Seiten über irgendwelche Alben aus den 80ern.
Holger Zinn: Also das ist wirklich, man fängt so Ding zu lesen an und denkt, Leute habt ihr keine anderen Probleme als euch darüber auszulassen, ob jetzt eine Fliege kommangemäßig Kleidung ist oder nicht.
Korpo Talk: Vielleicht hat sich der Autor das ja auch gedacht und nochmal das Ganze verarbeitet.
Holger Zinn: Das sind dann so Sachen, wo ich sage, Mensch, das braucht kein Mensch. Dann lieber ein Roman. Ich gucke gerade mal in meinen Bücherschrank. Es stehen nicht mehr viele da, viele Romane da, die noch gelesen werden müssen, weil die stehen dann immer bei mir so in einer besonderen Ecke, die frisch gekauften. Ich bin jetzt gerade aktuell sozusagen auf dem aktuellen Stand, was die Literatur angeht. Jetzt muss ich mal zwei Bücher auswerten. Das sind noch so ein paar. versprengte Romane drin, die ich noch nicht kenne. Ja, und dann schauen wir mal weiter. Ich hoffe ja vielleicht, das wäre mein Traum, wenn nach dem Podcast, wenn der öffentlich ist, der ein oder andere mir noch mal eine Liste schickt von seinen Studentenromanen, dass ich die dann quasi einpflegen kann und dann quasi den nächsten Schritt gehe und immer vollständiger werde mit meiner Liste.
Korpo Talk: Wir werden in die Show Notes auch deine E-Mail-Adresse dann reinschreiben. Dann kann derjenige gerne Kontakt zu dir aufnehmen. Holger, würde sagen, wir machen mal für heute Schluss. Ich bedanke mich.
Holger Zinn: Immer gern, Nia.
Holger Zinn: Aber es ist wieder ein Stück zwanzig Minuten, es ist schon wieder lang. Du schreibst ja raus und machst und tust und hast hoffentlich genug Material.
Korpo Talk: Definitiv. Gute Zeit.
Korpo Talk: Gut, dann danke für deine Zeit. Ihr da draußen geht mal wieder bummeln auf anderen Häusern, das ist auch schön. Und wenn ihr eine längere Bahnfahrt dahin habt, nehmt euch einen Studenten-Roma an, damit es nicht langweilig wird.
Holger Zinn: Genau. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern und Recherchieren nach dem Studentenroman deiner Alma Mater.
Korpo Talk: Macht's gut, ciao!
Korpo Talk: Ciao!
Holger Zinn: Also tschüss!
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