Episode 126: Achim Ertl - Runde 2

Shownotes

In dieser Folge spricht Jan mit Achim Ertl über die strategische Bedeutung von Verbindungshäusern. Es geht um Eigentum versus Miete, emotionale Bindung, langfristige Finanzierung, Vermögensaufbau und die Frage, warum Immobilien für Verbindungen heute wichtiger sind denn je.

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Transkript anzeigen

Korpo Content Lab: Herzlich willkommen zu Laberlümmel der Corpo Talk. Mein Name ist Jan und ich bin euer Host. Heute ist mein Gast wieder Achim Ertl, alter Herr von Gleich-Vier-Verbindung in Österreich, der Barbenberg Graz, der Erasmus Graz im ÖCV, der Waldmark Mürzlschlag im MKV und der Josefina im Köl. Kaum jemand hat so viele Häuser gesehen, Umbauten erlebt, Finanzierungen verhandelt und Krisen abgewendet wie Achim. Er kennt die historische Bedeutung von Verbindungshäusern. Er hat Selbstkäufe, Sanierungen und Vermögensplanungen begleitet und er weiß, warum Immobilien über Generationen hinweg über den Erfolg oder den Niedergang einer Verbindung entscheiden können. Heute sprechen wir in dieser Runde zwei über genau das, wie Verbindungen, Immobilien strategisch, klug und erfolgreich nutzen und wo die größten Gefahren lauern. Achim, danke, dass du dir wieder die Zeit genommen hast, in den Talk zu kommen. Schön, dass du da bist. Ich freue mich, dich wiederzusehen.

Achim Ertl: Ein herzliches Servus aus Wien, grüß dich, lieber Jan.

Korpo Content Lab: Achim, stell dir mal vor, eine Verbindung steht heute ohne eigenes Haus da, was verliert sie dadurch am meisten?

Achim Ertl: Naja, sie verliert möglicherweise einen Kristallisationspunkt. Die Frage ist, was ist die Alternative? Es gibt natürlich Verbindungen, die Mitverhältnisse beispielsweise mit, ich spreche jetzt von Österreich, mit der Kirche haben oder mit einem Kloster oder mit irgendeinem Eigentümer, der langfristig stabil ist und wo nie zur Diskussion steht, dass die ausziehen müssen. Aber es gibt natürlich auch Verbindungen, die am freien Markt irgendwo einmieten. Und da kann natürlich sein, dass irgendwann einmal diese Bude verloren geht. Und ein Budenumzug bzw. die Suche nach einer neuen Bude ist extrem schwierig und ich kenne wenige Verbindungen, in letzter Zeit, also wenig große Verbindungen, die in letzter Zeit in eine neue Mietbude umgezogen sind. Ich kenne beispielsweise die Mercury in Wien, die hat sich eben eine Immobilie gekauft, die ist dort eingezogen. Aber dass du heute einen Vermieter findest, ja? Erstens ein Mietobjekt mit einem Kneippsaal, ein Mietobjekt, wo du eine Bar einbauen darfst. Das wird schwierig, das stelle ich mir extrem schwierig vor. Das heißt also, die, die jetzt nicht im Eigentum sitzen, haben das massive Risiko, sollten sie aus irgendeinem Grund, und das ist halt einfach eine Hopp oder Drop Geschichte, diese Liegenschaft verlassen zu müssen, dann einfach auf der Straße zu stehen. Denn...

Korpo Content Lab: Hm.

Achim Ertl: Wie gesagt, man verliert jetzt nicht von heute auf morgen eine Bude, keine Frage. Aber wenn es passiert, dann ist wirklich Feuer am Dach und dann wird es richtig, richtig teuer.

Korpo Content Lab: Ja, definitiv. Die Situation hatten wir unserem Bund ja jetzt auch selber. zwar, wir sind ja auch ein Haus ohne Verbindung, das sich jetzt aber bald ändern wird. Zum Glück. haben da ganz großes Glück. Aber genau die Probleme, die du beschrieben hattest, die hatten wir auch. haben über ein Jahr eine Bleibe gesucht, als wir die Zusage hatten, dass das finanziert wird. Und das war gar nicht so einfach. Vor allem gerade Es gibt ja auch keine modernen Immobilien oder neuere Bauten, die genau diese Ansprüche für eine Verbindung erfüllen, weil dieser riesengroße Kneipsaal, der lohnt sich ja nicht für eine Familie.

Achim Ertl: Na, völlig richtig. Und auch eine Bar. Ich meine, das sind ja Statik-Sachen. Du kannst nicht überall einfach eine Bar einbauen. Also jeder Vermieter geht dir da an die Decke. Das geht einfach nicht. Und wie gesagt, wenn keine Bude da ist, dann geht man halt vielleicht ein bisschen... Ja, und es gibt auch keine Wirtshäuser mehr, die Extrazimmer verkaufen. Du kannst natürlich ins Hotel Hilton gehen und dir dort für 10.000 Euro... oder, boah, das wirst du wahrscheinlich gar nicht mehr gehen. 30.000 Euro dir einen Saal mieten, aber das werden die Verbindungen auch nicht lange durchhalten. Das heißt, ok, dann gehst du zu anderen Verbindungen und bettelst halt, dass du dort deine Kneipe schlagen darfst. Aber mittelfristig schaut es einfach wirklich zappenduster aus, wenn die Verbindung dann, wenn es eine große Verbindung ist, kein Heim findet.

Korpo Content Lab: Ja, das ist ja die nächste Sache. Vor allem wenn jetzt, sagen wir mal, eine Verbindung ihr Haus verliert und die haben 250 Mitglieder, dann wird das ziemlich schwierig. Also da kannst du dir entweder die nächste Villa kaufen, also die Verkaufspreisen von heute aus diesem Jahr, die sind ja auch in letzten Jahren stark gestiegen. Wobei, ich glaube, die Immobilienpreise sind wieder bisschen gefallen, weil in Deutschland die Zinsen hochgegangen sind.

Achim Ertl: So ist es. So ist es. Ja.

Achim Ertl: Jo!

Korpo Content Lab: Vor 5 Jahren konntest noch für 1,8 % den Kredit holen, heute bist du aber bei 3,6 % und das hat halt die Konsequenz, ob du mittlerweile halt 2000 Euro im Monat zahlst oder halt 4000 und das ist halt schon mal ein Genickbrecher für viele.

Achim Ertl: So ist es. Es gibt natürlich ganz klar, wenn sich jetzt einige vielleicht melden, immer unterschiedliche Situationen. Jede Stadt ist anders. Also meine kleine MKV-Verbindung Waldmark-Mürzzuschlag, die leider in einer Region ist, wo Abwanderung herrscht und das ist eine ganz, ganz kleine Verbindung. Wir haben eine 50-Quadratmeter-Bude in einer alten Stadtmauer drinnen. Also in Mürzzuschlag wird man schon wieder eine Bude finden, wenn man das bisschen Geld zusammenkratzen können, weil da will keiner wohnen.

Korpo Content Lab: Hm?

Achim Ertl: Und da ist so viel Leerstand, da kommst du immer unter. Aber in Universitätsstätten ist die Situation natürlich anders. Und wir haben auch bei meiner Babenberg in Graz immer wieder so die Idee gehabt, naja, suchen wir uns doch auch eines dieser schönen alten Jugendstilhäusern oder Häuser die vorige Jahrhundertwende, wo wir dann so eine freistehende Villa haben, weil das ist so schön und andere haben das auch. Wir sind aber dann draufgekommen, dass ... dass es diese Immobilien einfach am Markt so gut wie nicht mehr gibt. dann kommt man auf irgendwie alte, aufgelassene Gasthäuser und Wirtshäuser oder Restaurants und irgendwann ist der Markt durchgekämpft, beziehungsweise beim Bauobjekten musst du einfach sagen, die kann ich mir nicht leisten. Punkt Ende. Und darum sind wir immer noch in unserer 70er Jahre Bude. Da sind wir seit 50 Jahren und die hat natürlich von außen den Charme eines modernen Bürohauses.

Korpo Content Lab: Mmh.

Achim Ertl: Aber ich liebe unser Haus. ist von den Erhaltungskosten auf lange Sicht deutlich günstiger als eine freistehende Villa. Wir haben jetzt noch einen Wärmeverputz drüber bekommen und wir werden allerlong sicherlich unsere Betriebskosten im Griff halten können. Also es gibt immer, wie gesagt, verschiedene Unterschiede, wie sich eben die Budensituation ergibt. Das ist für jede

Korpo Content Lab: Mmh.

Achim Ertl: nicht nur für jede Verbindung, sondern für jeden Standort eine separat zu beleuchtende Frage.

Korpo Content Lab: Das war denn der prägendste Moment in deinem Leben, wo du vor allem gemerkt hast, ein Verbindungshaus ist mehr als nur Gebäude.

Achim Ertl: Also wie ich das Haus meiner Babenberg das erste Mal gesehen habe, das war ein wissenschaftlicher Abend. da war einfach wirklich, das ist jetzt Ascha wieder fast 30 Jahre her, da war wirklich die Bude voll, haben eine, damals war das so ein Trend, so der heiße Stuhl, die rote Couch, die haben eine riesige Couch hinaufgetransportiert, getragen. Du hast einfach einen riesigen Eibsaal, wo einfach 40 Leute drinnen Platz gefunden haben, 50 Leute. Neben hat man Billard gespielt, den Tisch am Arsch auch nicht mehr. Das ist natürlich auch nicht so besonders leise, wenn die Billard-Kugeln da zweimal auf den Boden fallen. Und man hat seine eigene Bar, eine Bar, eine Privatbar. Da habe ich gemerkt, da lebt etwas. Da existiert etwas und wir entscheiden, wer hineingeht. Wir entscheiden, wer nicht hineingeht. Wir entscheiden, wer dort auf dieser roten Couch Platz nimmt. Wir entscheiden, ob wir Billiards spielen wollen oder nicht oder den Tisch wieder verkaufen. Das war der eine Punkt. Und der andere Punkt ist immer bei Stiftungsfesten, wir also fast 24 Stunden, wir feiern das immer sehr exzessiv zu Fronleichnam. Fronleichnam ist ja ein von Reichenhams Umzug, da machen wir Umzüge in Österreich, das ist immer ein Donnerstag, da beginnen wir unser Stiftungsfest und das geht dann durch bis Sonntag. Und da ist eigentlich vier Tage lang die Bude fast 24-7 besetzt und bespielt und das kannst du halt wirklich nur machen, du selbst hier auch der Eigentümer bist. Außer du hast eine Hotellizenz, aber das hat man ja dann auch nicht.

Korpo Content Lab: Das ist selten. Wobei einige Verbindungen besitzen ja auch Gaststätten, die eingegliedert sind, die auch noch mal für zusätzliches Einkommen dabei sind. Das ist ja auch gar nicht so schlecht. meine, damit hat man noch mal gewisse Sicherheiten. Solange die Part läuft, dass Restaurant gut frequentiert ist.

Achim Ertl: Ja.

Achim Ertl: Ja, ja, das ist völlig richtig, aber das heißt, solange die Pacht läuft, die Häuser, immer schon einen Bächter haben, sollen den Hagen und Pflegen. In der Gastro einen neuen Bächter finden, der seine Pacht auch bezahlen möchte, ist recht schwierig und riskant.

Korpo Content Lab: Ja, da kommen wir ja noch zu den Risiken, kommen wir ja später ja auch noch. Aber lass uns mal bisschen darüber sprechen, warum Immobilien für Verbindungen vor allem ein Schlüsselthema sind. Warum sind Häuser für Verbindungen historisch gesehen so wichtig geworden und was hat sie anders gemacht als klassische Immobilienkäufer?

Achim Ertl: Ja.

Achim Ertl: Naja, die Langfristigkeit. Der Immobilienkäufer muss das in der Regel aus biologischen Gründen in 20, maximal 30 Jahren abgezahlt haben, weil vor 30 hat er meistens das Eigenkapital nicht und nach 60 geht er in Pension und hat aufgrund der Pensionierung einen Einschnitt in seiner Liquidität. Das heißt also, er muss irgendwo zwischen 30 und 35 oder zwischen 30 und 40 nimmt er den Kredit auf und zwischen 50 oder sagen wir 55 und 65 soll er den zurückgezahlt haben. Dadurch hast du natürlich einen gewissen Druck. Und bei Privaten geht es natürlich meistens die Wohnimmobile ganz klar. Dass viele private Anlegerwohnungen kaufen und sich in Immobilien investieren, wenn mehr Kapital da ist, das ist jetzt wieder ein anderes Thema. Bei Verbindungen geht es darum, dass ein Haus auch eine sehr große emotionale Bindung der Mitglieder an das Haus erzeugt. Es ist unser Haus. Wir gehen ADHD auf das Haus. Damit meint man unser Haus und als Vereinsmitglied ist es ja auch mein Haus. Zu einem 320. gehört mir die Barmbergbude. Das ist schon auch etwas Besonderes. Ich zahle jährlich meinen Mitgliedsbeitrag auch dieses Haus zu erhalten. wenn wir etwas umbauen, beim Ausführen bin ich nie an erster Stelle. Das sind immer Bundesbrüder. Wir sind eher ein bisschen eine Technikerverbindung. Die können das definitiv besser als ich. Aber jedes Mal, ich reinkomme, freue ich mich. Die Barbenberg ist ständig eine Baumeisterverbindung, weil bei uns wird ständig umgebaut. Aber das macht uns Spaß, ob es immer sinnvoll ist, sei dahingestellt. Aber wir sind immer in einem Bauprojekt drinnen. Und unsere Techniker, die optimieren da immer etwas. Und das ist auch schön. Und das kannst du auch nur machen, wenn es da gehört und wenn du nicht mit einem Vermieter diskutieren musst.

Achim Ertl: Ob du jetzt deine Wand aufstellen darfst oder dort deine Paare richten darfst, die halt, da weiß ich nicht, eine Tonne wiegt, ja, sondern das machst du halt einfach, ja. Und dieser emotionale Wert und vor allem ein Verein, ein Verein mit mehreren hundert Mitgliedern, der denkt ja in Jahrzehnten, also auch in Jahrhunderten, aber gut, so alt sind wir jetzt noch nicht, muss man sagen, aber in Jahrzehnten denkst du, also... Du kannst absolut sagen, das rechnet sich halt erst in 50 Jahren. Auch gut, aber dann rechnet es sich in 50 Jahren. Weil man ist eben in der Regel 70, 80 Jahre, 80 Jahre ist ein bisschen viel, aber man ist 60, 70 Jahre Vereinsmitglied. Das heißt, wenn du in jungen Jahren für den Ankauf einer Bude stimmst, hat sich das während deiner Mitgliedschaft irgendwann gerechnet. Und du bist dann eben im eigenen... Das heißt also einerseits langfristig ein finanzieller Aspekt und kurzfristig sofort ein emotionaler Effekt und das ist natürlich auch ein praktischer Effekt, weil die Bundesbrüder oder auch die, weiter weg sind, die wissen einfach, wie man dort mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt.

Korpo Content Lab: Da habe ich direkt eine Frage. Ist da nicht ein Risiko, vor allem, das Haus zu gleichen Teilen den Mitgliedern gehört und einer der Mitglieder in eine Insolvenz hineinschlittert, dass dort die Gläubiger Anspruch haben könnten?

Achim Ertl: Nein, nein, nein, nein, also das ist überhaupt nicht der Fall. Aber das ist gut, dass du das ansprichst, weil der Verein ja eine eigene Körperschaft ist und eine Vereinsmitgliedschaft kann nicht gepfändet werden. Das ist eigentlich eine juristische, eine interessante Sicht, aber es geht nicht. Abgesehen davon, gehört ja, ehrlich zu sein, nicht zu einem 320. mir, dem Achim Ertl oder dem Bundesbrudersekretär, sondern es gehört zu 100 Prozent dem Rechtsträgerverein. Und deswegen ist eben der Verein ein Verein, der dem Vereinsrecht unterliegt und keine GmbH, die dem Wirtschaftsrecht unterliegt.

Korpo Content Lab: Hm?

Korpo Content Lab: Wenn wir auf die nächsten 20 Jahre schauen, warum ist ein eigenes Haus heute vielleicht sogar noch entscheidender als früher?

Achim Ertl: Weil die Gesellschaft und auch die Nachbarschaft gerade auf Couleur-Studenten genauer schaut und sensibler geworden ist. Wenn du seit 100 Jahren ein Haus hast, wird schwer der Nachbar argumentieren können, dass es jetzt auf einmal so laut ist. Wenn du natürlich wohin ziehst, du musst dir dem Vermieter irgendwo sagen, was du machst, wer du bist, warum brauchst du als Verein 120 Quadratmeter oder 250 Quadratmeter. Und wenn der Vermieter dann in den Stockwerken darüber gut zahlende wertvolle Mieter hat, dann wird er sich überlegen, ob er dich nimmt, wenn er das jemand anderen auch vermieten kann. Genauso wie manche natürlich nicht ein Lokal in das Erdgeschoss hineinlassen, weil sie wissen, Also wenn das ein nettes Tagescafé ist, das 19 Uhr zusperrt, dann würde ich sagen erhöht das sogar den Wert der Immobilie.

Korpo Content Lab: Das war aber bei einem Bundesbruder von mir der Fall. Und wir mussten uns ja immer jetzt auch 15 Jahre lang immer irgendwie irgendwo organisieren. Und ein Bundesbruder von mir, hatte uns seine Dachwohnung zur Verfügung gestellt. Und unten im Erdgeschoss war ein asiatisches Restaurant.

Achim Ertl: Ja.

Achim Ertl: Mhm.

Achim Ertl: Naja.

Korpo Content Lab: Oh ja, auf, das die Lautstärke von dem Restaurant. Die haben wir nicht gehört. Aber die haben immer die Tür von ihrer Küche ins Treppenhaus aufgelassen und es roch im ganzen Haus nach dem Summen. Weil das ist halt eine…

Achim Ertl: Das glaube ich.

Achim Ertl: Ja das glaube ich, das ist eben das zweite. Entweder hast du einen Lärm oder du hast einen Geruch. Genauso ist es. Meistens hast du eine Entlüftung, die in den Innenhof hineingeht. Und wenn du dann irgendeine Innenhoffenster aufmachst im zweiten, dritten, vierten Stock, dann kennst du die Speisekarte des Restaurants unten auswendig.

Korpo Content Lab: Ja, das war eklig.

Korpo Content Lab: Hm?

Achim Ertl: Das sind eben die Sachen. Wie gesagt, ein nettes Tagescafé würde ich für toll empfinden. Oder von mir aus ein Bäckereikafé. Herrlich, wenn es das im Erdgeschoss heißt. Aber so etwas kann sich natürlich auch verändern. Das heißt, der Mieter kann ja dann auch seinen Betrieb weiterverkaufen und dann hat im Prinzip der Käufer ein gewisses Einrittsrecht. Da gibt es verschiedene Konstrukte. Und ich habe eine Farbenschwester, die ein Zinshaus besitzt und die hat da

Korpo Content Lab: Hm.

Achim Ertl: Ja, weil sie eine nette Frau als einen Kindergarten eingemietet oder sich einmieten lassen. Und irgendwann war dieser Kindergarten, der hat sich dann als muslimischer Kindergarten herausgestellt und jetzt hat sie eine Moschee in ihrem Haus. Das freut sie irrsinnig. Und sie kann dagegen nicht vorgehen. Sie hat versucht, die hinauszuklagen. Sie ist leider gescheitert. Das ist jetzt wirklich ein drastisches Beispiel. Das ist aber jetzt nicht von mir konstruiert.

Korpo Content Lab: Mhm.

Achim Ertl: sondern das gibt es wirklich, die Adresse kann ich benennen. Und das ist halt immer dann auch das Vermietrisiko, darum muss man halt dort auch Experten vertrauen und schauen, wie man sich hinein holt und wie man die Verträge gestaltet. Also so gesehen gibt es da verschiedene Sachen und so gesehen schaut natürlich jeder Vermieter auch, wenn da eine Verbindung hineinkommt. Es ist halt einfach, also zum Beispiel bei uns, also

Korpo Content Lab: Mmh.

Achim Ertl: es kotzt niemand in das Stiegenhaus. Aber wenn es passiert, ist es auch wurscht, weil es ist quasi unser Stiegenhaus bzw. eben jenes, eines Vereins, der Studentenzimmer vermietet und der trägt interessanterweise den gleichen Namen wie die Verbindung. Da kommen recht wenig Beschwerden zu uns. Zufall, ja, da hat es wirklich Zufall mit CV geschrieben.

Korpo Content Lab: Ja, zuf... Zufall.

Achim Ertl: Aber da sind wir also relativ locker. Unser Stiegenhaus ist sehr sauber, keine Angst. Aber wenn was passiert, haben wir kein Problem. Und wenn dir woanders was passiert, hast du eventuell ein Problem. Und wenn es aus irgendeinem Grund gehäuft auftritt, dann kann es natürlich schon sein, dass die Vermieterschaft da an dich herantritt.

Korpo Content Lab: Mhm.

Achim Ertl: Da kann man jetzt ewig reden über Mitverträge. Es gibt schon wasserdichte Mitverträge. Es gibt einige Verbindungen, haben uralte Mitverträge, die tatsächlich wasserdicht sind. Es wurde schon ausprobiert und getestet, aber heute wirst du seinen Mitvertrag höchstwahrscheinlich nicht bekommen.

Korpo Content Lab: Ich meine, eine Sache ist ja auch, wenn wir uns die nächsten 20 Jahre anschauen, wir werden ja auch eine Situation haben, dass viele Verbindungen ja weiterhin sterben. Klar, es gründen sich auch neue und es werden auch welche von denen überleben. Das ist ganz normal. Das ist ja wie ein Ökosystem, was wir da auch haben. Da ist auch diese Sache, dass wenn du ja gerade ein Haus hast, wirklich entscheidend, weil

Achim Ertl: Ja.

Achim Ertl: Ja.

Korpo Content Lab: Vor allem wenn es abgezahlt ist, die Nutzungskosten überschaulich sind, auch ein Mitgliederschwund durch halt den Generationenwandel, den wir da jetzt auch gerade haben, also auch mit dem Wegsterben.

Achim Ertl: Mhm.

Korpo Content Lab: geburtenreicher Jahrgänge oder beziehungsweise Generation, dass sich das trotzdem hält. Und das ist ja auch dann für viele Verbindungen auch die Möglichkeit zukunftssicher zu sein, weil es ist jetzt gerade ein Trend, was in 50 Jahren wieder ist, ist ja wieder eine ganz andere Geschichte, weil Verbindungen sind ja auch flexibel und adaptiv. Sie werden sich ja auch anpassen an die Situation. Wie beurteilst du das denn?

Achim Ertl: Mhm.

Achim Ertl: Na absolut, genauso wie du. Es gibt gerade so eine Fusion zweier Verbindungen in Wien, zweier Burschenschaften, wo beide ein Haus haben. Also so gesehen in Wien, das möchte ich hier auch, ohne dass mich wer dazu befugt oder aufgefordert hätte, verkünden in Wien wie ein Verbindungshaus frei. Was ich höre, sind die durchaus aufgeschlossen, dass dort wieder eine Verbindung einzieht.

Korpo Content Lab: Hm?

Achim Ertl: Aber ja, wenn die natürlich selber wieder auferstehen, dann können die ihr eigenes Haus natürlich auch wieder nutzen. Und das ist völlig richtig, denn wenn du eine Mietverbindung hast, wirst du natürlich irgendwann einmal sagen, ok, jetzt kappen wir die Miete. Wir zahlen nicht jetzt 20 Jahre Miete für eine leere Bude, für eine komplett leere Bude, weil das übersteigt dann die meistens zurückgehenden Alternzahlen.

Korpo Content Lab: Mh.

Achim Ertl: natürlich in der finanziellen Belastung. Das heißt dort spart man als erstes und das ist generell, das ist natürlich auch immer ein Schleich in der Tod. Denn was tut eine Verbindung, wenn sie zu wenig Geld hat? Und daher ist es einfach wichtig, dass die Verbindung langfristig auch finanziell gut aufgestellt ist. Als erstes wie in der Wirtschaft, in der Wirtschaft streicht man gleich einmal das Marketing. gibt Abhandlungen, wie dumm das ist, man macht es. Zuerst wird einmal das Marketing gestrichen, dann wird die Forschung gestrichen und dann kommt man drauf, dass man wirklich nichts mehr verkauft. Und bei den Verbindungen wird dann einmal bei der Aktivitas gespart. Da gibt es dann keinen Fahrtkostenzuschuss zu einer Chachierfahrt. Da gibt es halt kein Budget für einen wissenschaftlichen Abend. Da wird das Semesterprogramm nicht mehr gedruckt, was auch immer, gespart, gespart, gespart. in wahrstem Sinne des Wortes wird dann eine Verbindung zu Tode gespart. Weil wir sind kein Sparferein. Und du musst natürlich der Aktivitas und den Keilfuchsen schon auch zeigen, dass dir Verbindung etwas ermöglicht. Das war eigentlich immer eines unserer USPs, oder einer unserer USP, du gewisse Vorteile durch deine Mitgliedschaft hast. Das ist überall so. Wenn du zu einem Tennisverein gehst, hast du den Vorteil, dass du wöchentlich zweimal Tennis spielen kannst. Wenn du zu einem, weiß ich nicht, Dartclub gehst, dann kannst du dort Dart spielen mit dem neuesten Datautomaten. Das heißt, jeder Verein verschafft dir einen Vorteil, einen Benefit. Und uns muss klar sein, dass dieser Benefit nicht nur darin besteht, dass wir Band und Deckel tragen dürfen. Das allein kann es nicht sein, auch wenn das manche noch verklärt so glauben. Wir sind im Prinzip ein Bonus-Club. Da werden jetzt auch wieder einige hüpfen, weil sie das nicht hören wollen. Aber du machst im Leben nichts, wenn du nicht auch einen Profit daraus ziehst. Du gehst nicht arbeiten, wenn du nicht am Monatsletzten deinen Gehalt bekommst. Du gehst nicht in ein Restaurant, zahlst 100 Euro, ohne dass du ein Essen auf den Tisch bekommst.

Achim Ertl: Und du gehst da nicht in eine Verbindung und zahlst dort auch deinen Mitgliedsbeitrag, haben ja auch aktiv einen Mitgliedsbeitrag, ohne dass du irgendetwas geboten bekommst, auch wenn du selbst etwas dazu beitragen musst, was du woanders so nicht bekommst. Das muss einfach den Verbindungen klar sein, ja wir sind à la Long auch ein Service-Club und entweder das Service passt oder der Fuchsenstall bleibt leer.

Korpo Content Lab: Ja, das sollte ein Gesamtpaket

Achim Ertl: Richtig, natürlich, klar.

Korpo Content Lab: Es ist interessant, dass du das sagst, weil meinem Bund war es halt so, wir hatten halt außer unserer Gemeinschaft und Band und Mütze tragen nichts und das hat uns halt so eine sehr, sehr starken Freundesverbindung halt auch gemacht, wo wir halt Überzeugungstäter sind, weil gerade ja Verbindungen und das Risiko birken, dass du dann die Zimmermieter halt anschleppst, die sagen so, jetzt gehe ich aber den Preis ein zu zahlen, dass ich zwar hier günstig wohne und ich ziehe auf mein Band an und ich habe auch meine Mütze an und halte mich ja an die Regeln und adaptiere mich ans Verbindungssystem an die Verbindungswelt, aber letztendlich bin ich eigentlich nur hier, weil ich günstig wohnen will.

Achim Ertl: Naja, das mit Service-Club, meine ich nicht nur, was ihr in Deutschland sehr viel macht, diese Zimmer. Also bei uns, wie gesagt, wir haben ein Studentenheim, weil wir das eben 1974 so mitgekauft und mitaufgebaut haben. Wir haben seit, glaube ich, jetzt, also seit zehn Jahren weiß ich sicher keine Keilung aus diesem Studentenheim. Können wir jetzt drüber lang reden, warum das so ist, aber das Studentenheim ist für uns

Korpo Content Lab: Hm.

Achim Ertl: derzeit eine Geldanlage, aber kein Keilboden. Wie gesagt, warum das so ist, kennen wir gerne mal ein anderes Mal. Ich weiß es auch nicht, ich kenne auch nicht die Lösung. Aber wir haben andere Services und andere Angebote. Wir haben zum Beispiel eine super tolle Bar, wir haben schöne wissenschaftliche Abente, wir haben eine Stimmung. Der ÖCV macht eine Fuchsenwoche, wir haben ein Bildungsangebot über die Bildungsakademie. Wir haben verschiedene Ausflüge, wir besuchen unsere Partnerverbindungen in Wien, die Franko Pavaria und in Erlangen die Franconia Tschernowitz zu erlangen. Das heißt, wir bieten relativ viel Involvement für unsere Mitglieder. Bei uns ist eigentlich das Thema Zimmer überhaupt kein Thema. Das heißt, da ist schon mehr dabei, das Gesamterleben. Und völlig richtig, es ist immer ein Gesamtpaket, wie du gesagt hast. Es gibt auch Verbindungen, die trotz Haus eingehen.

Korpo Content Lab: Mhm.

Achim Ertl: Wenn der Spirit über Jahre komplett verloren geht, wenn sich massive Fehler einschleichen, wenn die falschen Menschen in der Verbindung das Sagen haben, dann kann auch eine reiche Verbindung natürlich zugrunde gehen. Das ist ja keine Komplettabsicherung, dass ich sage, jetzt habe ich ein Haus 1 Million und dann brauche ich mich nichts mehr kümmern. Überhaupt nicht. Es würde nur einiges leichter fallen.

Korpo Content Lab: Mmh.

Korpo Content Lab: Ich glaube, ist gerade die Gemeinschaft und vor allem der wahrhaftig gelebte Lebensbund, glaube ich, der Hauptkern, der da laufen sollte. Ich glaube, ist so, der Lebensbund ist der absolute Nukleus, also die große Idee dahinter. Und danach kommt erst alles andere. Ich glaube, das Haus-Nicht-Haus ist auch so eine Sache. Wenn der Lebensbund funktioniert, brauchst du nicht zwangsläufig ein Haus. Aber wenn du Lebensbund und ein Haus hast, kann der noch besser funktionieren.

Achim Ertl: Mhm. Na absolut!

Achim Ertl: Das hast du super formuliert, danke. Wir haben natürlich in diesem Gespräch jetzt einen besonderen Fokus auf Immobilien, weil das irgendwie auch so der Rahmen unseres Gesprächs ist. Also ich möchte nicht, dass man das Kolörstudententum nur auf die Immobilie reduziert. Das ist natürlich eine Themenverfehlung, keine Frage. Der Kern ist, wie du gesagt hast, und das möchte ich jetzt hier noch einmal bestärken, ist die gelebte Gemeinschaft, ist die funktionierende Studentenverbindung. Das ist der Kern und wenn der lebt,

Korpo Content Lab: Hm?

Achim Ertl: ist es natürlich irgendwo egal, ob du eine Verbindung hast oder nicht. Es gibt auch Verbindungen, die während der NS-Zeit weitergelebt haben und aktiv waren in der Verfolgung, im Widerstand, wo auch immer. Das kann gegen größte Widerstände passieren. Allerdings, bist mit einer Immobilie, hast du eine Sache abgesichert und tust dir halt leichter, dürre Zeiten zu... überdauern, denn wenn du dann mal keine Bude mehr hast, weil du die Miete nicht mehr zahlen kannst, dann wird halt die Reaktivierung ganz, ganz schwierig. Wenn du noch eine Bude hast und wenn ein alter Herr beispielsweise sich die Wichse anzieht und halt noch drei Kneipen im Semester schlägt oder an BA oder irgendwas organisiert, dann hast du halt noch theoretisch die Möglichkeit, irgendetwas wieder aufzuerleben. Und so ist es zum Beispiel auch bei meiner Köln-Verbindung, bei der Josefina. Wien passiert. Die war de facto assistiert, einige Jahre, aber all daher hat halt den aktiven Betrieb pro forma noch aufrecht gehalten und jetzt haben wir wieder einige Burschen und einen Fuchsen. Also jetzt geht es wieder weiter und das kann ich, wenn ich eine Bude habe und wenn eben der Betrieb irgendwie noch weiter läuft.

Korpo Content Lab: Ja, da müssen alle die Arbeit reinstecken und anpacken und nicht nur den Chargen die Arbeit überlassen. Lass uns mal ein bisschen so über Vermögensaufbau und vor allem den strategischen Nutzen sprechen, den du mit einem Verbindungshaus hast. Wie kann eine Verbindung ein Haus nicht nur besitzen, sondern wirklich strategisch als Vermögensanlage nutzen?

Achim Ertl: So ist es, so ist es, ja? Das ist richtig. Mhm.

Achim Ertl: In vielerlei Hinsicht. Also zuerst müssen wir mal vom abgezahlten Haus sprechen, weil wenn da natürlich noch Kredite abgezahlt werden müssen, dann tust du da natürlich schwer. Ich bin ja immer der Meinung, man sollte als Studentenverbindung zuerst einmal sich eine Bude kaufen, weil das ist der Kristallisationspunkt und das ist zwar jetzt, ob es jetzt ein gutes Investment ist oder ob man sich dafür drei, für eine Bude lieber drei Anlegerwohnungen kauft, das kann jetzt ein Steuerberater gerne beleuchten. Ich bin hier klar für die selbst gekaufte Bude, weil das einfach emotional überwiegt. und weil du dort auch praktisch ganz anders agieren kannst. Aber wenn du dir einmal abgezahlt hast und von der müssen wir ausgehen, dann ist das halt immer etwas, das du auch belasten und belehnen kannst. Weil du hast das Problem, dass dir die... Also es gibt immer wieder Führungskräfte innerhalb der Verbindung, die ins Risiko gehen und die dann sagen, ja ich unterschreibe mit meinem Namen den Kredit für die Anschaffung des Hauses. Das ist meistens nicht nur einer, sondern es sind mehrere.

Korpo Content Lab: Hm.

Achim Ertl: Wobei das Risiko, ja, wenn ein bisschen Eigenkapital da ist, ewerschaubar ist, weil die Immobilie löst ja nicht in Luft auf. Die könnte ja notfalls, wenn die Kredite nicht mehr rückgezahlt werden können, wieder verkauft werden. Ich glaube die Bayovaria in Wien, die hatte ein wunderschönes Haus und halt Kredite laufen und irgendwann höre ich, also wenn es nicht stimmt, ersuche ich Entschuldigung, aber ich glaube, dass es sinnvoll ist, immer praktische Beispiele zu bringen. Und die haben dann eben eine Etage von ihrem Haus verkauft oder zwei Etagen, weil sie gesagt haben, okay, da ist uns das Risiko zu groß, die Bude ist noch im Eigentum, aber die darüber liegenden Etagen haben wir halt verkauft, weil irgendwann, was man auch einsehen muss, das sind junge Familienväter, die halt irgendwann einmal sagen, Freunde, das Risiko kann und will ich nicht mehr tragen. Das heißt, du kannst natürlich da auch ein bisschen skalieren und sagen, okay, theoretisch kann man sich auch wieder verkleinern. Wenn ich ein Haus besitze oder auch ein Freistelln, das kann ich sagen, okay, im Erdgeschoss muss ich vielleicht 50 Quadratmeter an einen Steuerberater vermieten oder einen Arzt oder einen Rechtsanwalt. Warum denn nicht? Also ich kann theoretisch auch bei dem Haus oder wie auch immer ein paar Zimmer extern vermieten, wie auch immer, und habe Einnahmen. kann natürlich auch dazu bauen. Und dann hast du etwas, weil zum Beispiel, und so ein Haus hat halt gleich mal wie dein Haus, was du vorhin geschildert hast, mit 400.000, 500.000 Euro, na wenn das einmal wie auch immer zur Gänze euer Besitz ist oder angenommen er wäre schon euer Besitz, weil ihr das vor eben 50 Jahren schon gekauft hättet, dann könntet ihr natürlich jetzt relativ leicht sagen, okay, die Studenten sind

Korpo Content Lab: Mmh.

Korpo Content Lab: Für 100.000 Mark. Das Geld haben wir dann in der 100.000 Mark-Show gespielt damals.

Achim Ertl: Ja, für 100.000. So ist es, ja. Dann könnt ihr natürlich sagen, okay, wir können zum Beispiel eine Anlegerwohnung kaufen und unseren Bundesbrüdern dort auch eine faire Stadtwohnung bieten, die sie ihm anmieten, wo ich glaube, dass das eigentlich überhaupt die Zukunft ist. Also das, was in den letzten 100 Jahren die Studentenzimmer waren, glaube ich, wird in Zukunft eher die Stadtwohnung sein, vor allem, nachdem die Miet-Situation so absurd ist. sich zuspitzt in den großen Städten, sehe ich eher da den Vorteil für Bundesbrüder, dass man sagt, man kauft eben eine, was war sie, 250.000 Euro Wohnung, gebrauchte kleine 60-Meter-Wohnung, was auch immer. Man hat vielleicht, weiß ich nicht, eine Summe x, also sagen wir mal 20, 30 Prozent Eigenkapital und den Rest finanziert man.

Korpo Content Lab: Hm?

Achim Ertl: Das wird dann zurückgezahlt zu zwei Drittel vom Mieter und einem Drittel muss die Heerenschaft das noch zuschießen. Und angenommenen Jahren, du bist dort Filista-Senior und wirst dort gebeten, auch den Kredit zu unterschreiben. Dann kannst du natürlich sagen, das Risiko ist überschaubar, weil du hast alle Beschlüsse in den Gremien. kannst nachweisen, dass die Einkommenssituation zu diesem Vertragsabschluss gegeben war durch die Mietbeträge und den Mietvertrag, den kannst du im Vorhinein eigentlich schon unterschreiben lassen, warum auch nicht. Und du hast eben noch eine 400.000 Euro Immobilie als Guthaben. Und wenn du sagst, kaufst, was habe ich gesagt, 250.000 Euro was dazu, hast du dort vielleicht... mit Sanierungen 200.000 Kredit laufen und hast insgesamt ein Immobilienvermögen von 650.000 Euro, da kannst du mir jetzt nicht erklären, wo dann das große Risiko wäre. Weil das muss sich immer ausgehen. Und das wird dann 20 Jahre abgezahlt und da muss die Herrschaft, wenn sehr wenig Einkapital da ist und sehr viel Fremdkapital, wahrscheinlich auch monatlich was dazuschießen, aber dann, dann nach 20 Jahren ... kürzter Verbindung und es sprudeln halt, ich weiß es nicht, jedes Jahr 7-8.000 Euro, wenn ich jetzt bei kleinen Wohnungen bleibe, an Mietertrag einfach so herein und zahlt dir dann die trotzdem vorhandenen Betriebskosten von deinem kleinen Haus 400.000 Euro, was dann natürlich auch schon 600-700.000 Euro wert sein wird in 20 Jahren. Und damit theoretisch kannst du die erste Sanierung Beispielsweise der Bar finanzieren. Wenn die Aktivitas kommt und sagt, alter Herr Wolters, die Bar kann nichts mehr, rück raus.

Korpo Content Lab: Ich bin ja Vorsitzender des Vorstands meiner Verbindung.

Achim Ertl: Na ja alter Herr Wolters, ich glaube ihr redet euch ja da eher mit den Nachnamen an. Jetzt brauchen wir mal eine neue Bar. JP, JP wir brauchen eine neue Bar und wir brauchen einen neuen Zapfhahn. Dann wirst du mal nachdenken, wo nehmen wir das Geld her?

Korpo Content Lab: Ach, ich wird für meine Brudersbrudern nicht immer JP.

Korpo Content Lab: Das kann ich dir sagen, weil dann werde ich ein Buch schreiben, das heißt dann Rich-Alternvorsitzender, pur-Alternvorsitzender und dann ist es eine Mindset-Geschichte, dass wenn du einen neuen Zapf haben willst, dann sagt der arme Alternvorsitzende, das können wir uns nicht leisten, der reiche Alternvorsitzende sagt, geh hin und verdienst dir selber.

Achim Ertl: Das ist gut, ja. Ja, das stimmt. Das ist ein guter Ansatz. Aber trotzdem, wie gesagt, bisschen was wirst du beitragen müssen.

Korpo Content Lab: Also ich kann ja immer noch behaupten, wir hatten früher nichts, als wir den Bund wieder begründet haben. Seid mal mit dem zufrieden, was ihr habt.

Achim Ertl: Das stimmt, das ist richtig, aber es gibt eben in den Verbindungen immer wieder so Übergrößen und so einen besonderen Spirit, der irgendwas zusammenbringt. Also in meiner Barbenberg ist jetzt nicht jener Spirit mehr, der 1974 war, wie wir das Haus gekauft haben. Also ich glaube nicht, dass wir jetzt eine Mehrheit für so eine Hausgeschichte zusammenkriegen würden. Also Verbindungen all along.

Korpo Content Lab: Mmh.

Achim Ertl: verlieren natürlich ein bisschen den Anfangsspirit, weil gibt es den nicht, dann gibt es auch keinen Anfang. Also wenn du mit deinen Bundesbrüdern deine Verbindung, glaube Gott, Jan, eben wenn dieser Spirit nicht da gewesen wäre und wenn der Jan Wolters nicht so ein aktiver, innovativer und treibender zuerst einmal aktiver gewesen wäre, dann gäbe es wahrscheinlich eventuell die Verbindung nicht mehr, wie auch immer.

Korpo Content Lab: Hm?

Korpo Content Lab: Vermutlich ja.

Achim Ertl: Naja, und du wirst aber dann irgendwann einmal da sitzen, ja das kann ja auch schon prophezeien, in 30 Jahren und genau, schon auch genau diese Worte sagen, wie super ihr damals wart, ja und das stimmt auch, aber wenn die Aktivität das da nicht mitzieht, wenn dieser Funke nicht überspringt, bzw. wenn die Aktiven dieses Potenzial nicht haben, dann kannst du ihnen noch so viel von den Zehner und Zwanzigerjahren erzählen, wenn Die werden das nicht verstehen. Eventuell. Das weiß man nicht. Oder sie werden sagen, yes, du hast das geschafft. Ich schaff das doppelt so gut. Kann auch passieren.

Korpo Content Lab: Es ist immer eine Teamarbeit oder beziehungsweise von der gesamten Verbindung. Das ist nicht immer nur ein einzelner. Das ist auch bei uns der Fall. Es ist jetzt klar viel von mir angestoßen worden, aber es ist halt auch die Leistung vieler, vieler Bundesbrüder, die unermüdlich sich eingebracht haben und halt wie du gesagt hast auch viel investiert haben. Emotional, zeittechnisch, präsenztechnisch und das ist ja üblich in Verbindung.

Achim Ertl: Bye. Ja.

Achim Ertl: Mhm.

Korpo Content Lab: Lass uns mal bisschen darüber sprechen, welche Rolle spielen in Wertsteigerung, Erpacht oder Modernisierung und wie beeinflusste das die Generation nach uns?

Achim Ertl: Naja, ich glaube, also erstens einmal die Wertsteigerung ist immer gegeben. Also es gibt de facto keine Immobilien, die einen Wert verlieren, gerechnet auf 30, 50 Jahre. Und ich will jetzt nicht irgendwelche Beispiele bemühen. Du wirst natürlich unter den vielen Millionen und Milliarden Immobilien, die es gibt, immer irgendwo eine finden, die einen Wert verloren hat. Das mag schon sein, aber...

Korpo Content Lab: Hm?

Achim Ertl: Das ist vielleicht eine von tausend. Das kann auch sein, weil sie schlecht verwaltet worden ist. Ja, natürlich. Wenn, weiß ich nicht, im Nebenhaus ein Portell eröffnet, dann wird die Wertsteigerung deiner eigenen Immobilie vielleicht nicht durch die Decke gehen. Außer du vermietest die dann auch an den Portellbetreiber. Dann hast du nämlich wieder... Aber der Fuchsenstich wird günstiger, richtig? Und eigentlich gibt es ja da so auch...

Korpo Content Lab: Aber der Fuchsenstich wird günstiger.

Achim Ertl: gewisse Modelle in der Prostitution, die man auch mit Studentenzimmern betreiben könnte. sage, lauf aus. OnlyFans Account, völlig richtig. Also ich sehe schon, wir entwickeln gerade neue Geschäftsfelder und Akquise-Möglichkeiten. Corporal OnlyFans gibt es eigentlich noch nicht. Könnte man eigentlich machen. Damit könnten viele Activitas-Burschen ihre neue Bude verdienen.

Korpo Content Lab: oder OnlyFans Accounts von den Aktiven.

Korpo Content Lab: Nee, gibt's noch nicht.

Achim Ertl: kommen wir heute auf interessante Dinge, die natürlich in katholischen Verbindungen nicht gehen, aber die Waffenstudenten haben da schon Möglichkeiten. Spaß am Ende. Immobilien legen immer zu, das geht gar nicht anders. Und da gibt es auch keine statistisch erfassbaren Gegenbeweise. Einzelne, ja, aber keine in der Masse. Und vor allem, selbst wenn du dass ein bisschen suboptimal machst, weil wir natürlich gewisse Spezifikationen Wenn du siehst, dass diese Bude passt, du willst sie haben, und geht der Verkäufer zehn Prozent mit Preis auf. Dann musst du halt überlegen, ob du mitgehst oder wegläufst. Nur, wie wir vorher schon gesagt haben, wir brauchen halt einen Gneppsaal, wir brauchen eine Bar, also an der kleinen Größe scheitert es ja meistens nicht. Notfalls könntest du zwei Wohnungen zusammenlegen, das ist nicht das Problem, sondern es scheitert meiner Meinung nach wirklich weit am Kneippsaal. Es scheitert an der Lärmbelästigung und an verschiedenen anderen. ja, und du musst natürlich auch irgendwo von der Universität und von öffentlichen Verkehrsmitteln gut, sehr gut erreichbar sein. Und da scheiden dann halt die meisten Immobilien aus. Und wenn du dann nicht so optimal kaufst, dann rentiert sich das halt nicht erst in 20, 25 Jahren. sondern vielleicht heute erst in 35, 40 Jahren. Im wirklich worst case. Das wäre für den Privaten natürlich ein Horizont, der vielleicht nicht mehr geht, weil das sich deine Immobilie erst mit 80 rentiert. Da muss ich sagen, wenn du selbst auch in Generationen denkst und sagst, okay, das stört mich nicht, weil meine Enkel Kinder so den drinnen wohnen, dann passt das wieder und letztendlich, es gibt fast keine reiche Familie. die nicht irgendwo mit Immobilien reich geworden sind. Also bei jedem Millionär, bei jedem Multimillionär sind Immobilien Teil seines Vermögens. Wenn du jetzt von ein paar Erfindern und Innovatoren absiehst, wie eben Facebook, Max Zuckerberg etc., der ist jetzt nicht mit Immobilien reich geworden, sondern mit Facebook und Meta.

Korpo Content Lab: weil er sichert sein Vermögen momentan sehr viel mit Immobilien. Also da hat er, ich glaube, ein riesen, riesen Grundstück auf Hawaii gekauft mit Untergrundbunker, der da gebaut wird.

Achim Ertl: Ja so ist es, so ist es.

Achim Ertl: Ja, die Milliardäre und Millionäre gehen alle in Immobilien. Und ich behaupte mal, 99 von 100 Milliardären besitzen ein großes Immobilienvermögen. Und die meisten sind auch über Immobilien reich geworden und die meisten reichen Familien, wenn man sagt das alte Geld, die sind immer auch in Immobilien investiert. Und nicht nur in Aktien oder in Arztordinationen oder was weiß ich was alles. Immer Immobilien. Daher kann eine Verbindung, nur sie muss eben weiterarbeiten. Also sie kann nicht sagen, okay wir haben nur ein Haus, das ist so groß, das ist so schön und jetzt bleiben wir in diesem Status einfach Stecken. Sondern du musst weitergehen jetzt, meiner Meinung nach. Damals hat man gesagt, okay wir machen Studentenzimmer.

Korpo Content Lab: Hm.

Achim Ertl: Der Trend scheint mir vorbei, also ich spreche jetzt für Österreich, für Wien, für Graz, kann ich das glaube ich auch sagen, scheint vorbei zu sein. Damit machst du keinen großen Stich mehr. Meiner Meinung nach müsste man jetzt in Wohnungen investieren. Und optimal wäre es, dass du so viele Wohnungen besitzt, dass du aus den Mieterträgen die Betriebskosten für die eigene Bude bezahlen kannst. Dann bist du wirklich für alle Ewigkeit abgesichert. Dann kannst du dir auch eine leere Bude leisten. Dann kannst du mir aus die Bude an eine Tagesmutter vermieten oder an ein Atelier oder was auch immer. Aber du bleibst einfach Eigentümer und die Verbindung bleibt bestehen, bis der letzte Verbindungsmitglied zu Grabe getragen wird.

Korpo Content Lab: Ja, das ist wirklich ein interessanter Ansatz, du da ansprichst mit den externen Wohnungen. Also es hat sich auch gerade für mich jetzt erst richtig erschlossen, die Gesamtweite, die Gesamtstrategie, weil du hast ja schon vorher in der Folge jetzt ja auch schon gesagt mit der externen Wohnung und in der ersten Sendung, dass du das ja auch erwähnt. Es ist ja so, man kriegt das ja auch bei vielen Verbindungen in Deutschland mit, also so eine Handvoll würde ich jetzt mal sagen, die ich persönlich miterlebt habe, dass gerade die Zweitimmobilie

Achim Ertl: ...

Achim Ertl: Ja.

Achim Ertl: Richtig.

Korpo Content Lab: ganz strategischer Schachzug gewesen ist, weil da auch der Zwang des Verbindungshauses weg ist, dass da die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht. ob man das Miethaus nebenan kauft, ob man halt die einzelnen Wohnungen in der Stadt verteilt kauft, die mal ursprünglich erstmal gedacht waren, dass man da in aktiven WGs halt reinzieht. Also von den Leuten, die vertragstechnisch dann nach den, meistens sind es ja zwei Jahren, vom Haus ziehen müssen und dann ziehen sie in

Achim Ertl: Mhm.

Korpo Content Lab: WG und haben da noch mal eine Einbindung an den Bund. Aber wie du ja auch gesagt hast, die Vermietung an Externe, die überhaupt nichts mit der Verbindung zu tun haben. Und ich glaube, das ist ein ganz heißer Tipp für viele Verbindungen, die das noch nicht auf dem Schirm haben. Ich glaube, ist ein schönes Takeaway, du da geben kannst. Ich würde sagen, wir kommen jetzt auch langsam mal zum Ende. Achim, danke für deine Zeit. Danke auch für den Input. Ich würde sagen, wir haben noch genug

Achim Ertl: Mhm. Ja.

Achim Ertl: Hm?

Korpo Content Lab: Fragen über für noch zwei, drei weitere Folgen würde ich sogar sagen. Ihr da draußen, geht mal wieder bummeln auf anderen Häusern, das ist auch schön und bitte dort investieren. Bis dahin, macht's gut, ciao!

Achim Ertl: Ja? Ja, ne?

Achim Ertl: Tschüss, danke und schöne Grüße aus der Reichshauptstadt Wien. Grüße euch!

Korpo Content Lab: Tschüss!

Achim Ertl: Tschüss, Tschüss.

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