Episode 116: Patrick Tengler - Nachfolger bei Bitter Couleur
Shownotes
In dieser Folge spricht Patrick Tengler, K.Ö.St.V. Amelungia Linz im MKV, K.Ö.St.V. Severina Linz im ÖCV, über die aufregende Übernahme des traditionsreichen Couleurhändlers Bitter Couleur, den Einfluss von Herrn Bitter, moderne Erwartungen und persönliche Verantwortung. Wir tauchen ein in Szene, Handwerk, Kundschaft, Digitalisierung und seine Vision für die kommenden zehn Jahre. Ein selten offener Blick hinter die Kulissen eines traditionsreichen Handwerks.
Der Sponsor dieser Episode: Korponnect
Lade dir die Korponnect App im Appstore oder im Google Play Store
Unser Werbepartner: Cove - Die Maßschneider
Website von Cove - Die Maßschneider
Terminvereinbarung bei Cove - Die Maßschneider
Unser Werbepartner: JJ’s Manöverschluck
Werbepartner der heutigen Folge ist JJ’s Manöverschluck. Segle mit Geschmack
Entdecke auch Du Deinen persönlichen Lieblingsgeschmack. Zum Beispiel unseren Bestseller aus Jamaika mit Mandarine und Butterscotch.
Das im Spot beworbene kostenlose Probierpaket von JJ’s Manöverschluck wird von der JJ’s Manöverschluck UG (Haftungsbeschränkt) bereitgestellt. Die Bedingungen für den Erhalt des Probierpakets (z. B. Versandkosten, Altersnachweis, Liefermenge, Verfügbarkeit oder Teilnahmeberechtigung) können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern.
Korpo Content Lab GbR ist nicht Veranstalter oder Anbieter der Aktion und übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen zur Probieraktion.
Die Anfragen und der Versand erfolgen ausschließlich durch JJ’s Manöverschluck. Etwaige Ansprüche oder Rückfragen sind direkt an den Anbieter zu richten.
Bestelle das kostenlose Probierpaket von JJs Manöverschluck per Mail info@manoeverschluck.de.
Besuche die Website von JJs Manöverschluck
Unser heutiger Werbepartner: Verband für Studentenwohnheime Bonn
Wer Interesse hat oder weitere Infos benötigt, schreibt einfach hier eine Mail an den Verband oder per info@vfst-bonn.de.
Unsere Social Media Workshops von Korpo Content Lab
01 Social Media Keilen: Digitale Mitgliedergewinnung für Verbindungen
Lerne, wie du deine Verbindung mit Strategie, Storytelling und Social Media erfolgreich präsentierst.
Mehr auf unserer Website erfahren
Unverbindlichen Demo-Call buchen
02 Content Creation Meisterklasse: Professioneller Content in 6 Stunden
Erstelle in einem intensiven Praxistag 12 Posts für eine 4-wöchige Kampagne, mit System, Struktur und Strategie.
Mehr auf unserer Website erfahren
Unverbindlichen Demo-Call buchen
Mehr Inspiration & Wissen
Lies wöchentlich neue Artikel im Korpo Content Lab Blog rund um Social Media, Nachwuchsgewinnung und Verbindungsarbeit.
Direkt loslegen
Jetzt Termin buchen
Schreib uns eine Mail an workshops@korpocontentlab.de
Folge uns auf Instagram:
@korpotalk
@korpocontentlab
Die Dienstleistungen von Korpo Content Lab für Verbindungen mit Anspruch
Verbindung gestalten. Sichtbar. Stilvoll. Digital.
Als Verbindung habt ihr Geschichte, Haltung und Stil, wir sorgen dafür, dass man das auch sieht. Mit Design, Web und Medien, die zu euch passen. Ob Webauftritt, Semesterprogramm, Couleurkarte oder Imagefilm: Wir geben eurer Kommunikation das passende Gewand.
Unsere Schwerpunkte:
Webseiten & E-Mail-Adressen
Semesterprogramme
Couleurkarten
Zeitschriften & Magazine
Imagefilme
Einladungskarten
Mehr zu unseren Dienstleistungen
Unsere Dienstleistungen in einem Blick
Servicepaket anfragen
Wende dich einfach per Mail an uns über sales@korpocontentlab.de
Denn wer digital nicht stattfindet, findet bald gar nicht mehr statt.
Werde Teil der Laberlümmel-Community auf Patreon!
Exklusive Video-Interviews, direkter Austausch mit den Hosts und eine Plattform für Korporierte, die mehr wollen als nur zuhören.
Jetzt mitmachen: Patreon Laberlümmel - Der Korpo Talk.
Spende für die Dormitio-Abtei in Jerusalem
Hier für die Dormitio-Abtei spenden
Social Media
Korpo Talk bei Instagram: https://www.instagram.com/korpotalk/.
Musik-Credits:
Intro: Night Rider 87 - Star Conquest (genehmigt durch bezahltes Abo bei Artlist.io)
Outro: Night Rider 87 - K (genehmigt durch bezahltes Abo bei Artlist.io)
Abonnieren und Teilen
Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr uns abonniert und teilt:
Unsere Website von (Laberlümmel - der Korpo Talk)[https://korpo-talk.podigee.io]
Transkript anzeigen
Korpo Content Lab: Herzlich willkommen zu Laberlümmel, Corporate Talk. Mein Name ist Jan und ich bin euer Host. Mein heutiger Gast ist ein Mann, der Tradition und Zukunft in einer besonderen Branche verbindet. Patrick Tengler ist Mitglied der KÖSTV Amelungier Linz im MKV und der KÖSTV Severina Linz im ÖCV und seit kurzem Inhaber eines Unternehmens, das in der Verbindungslandschaft sehr bekannt ist, ein Couleur-Handel. Übernommen hatte das Geschäft von niemandem geringeren als Herrn Bitter, ein Namen, für viele Generationen von Verbindungsstudenten fast synonym mit Couleur steht. Heute sprechen wir mit ihm über die Faszination von Couleur, den Wandel einer Branche und die Verantwortung, ein solches Erbe vorzuführen. Patrick, schön, dass du Zeit hast, dass das jetzt geklappt hat mit der Aufnahme. Wie geht's dir?
Patrick S. Tengler: Ja, danke dir, Jan, danke, dass ich da sein darf. Das war jetzt eine Geburt, Ganze mal kennenzulernen hier vor Ort, auch mit dir hier ins Gespräch zu treten. Wunderbar, Ja, wie es mir geht. würde sagen, gut. Heute Nacht etwas weniger geschlafen. Ich bin direkt nach unserer Verbindungsfeier, die gestern war. Kurz zwei Stunden ins Bett und gleich wird ins Büro weiter.
Korpo Content Lab: Das ist Hustle Culture. Das gibt es auch bei den Kulähendlern.
Patrick S. Tengler: Weniger das, mehr, dass unsere Partys einfach so lange gehen. Also auf der Severina ist ja eine Studentenverbindung, wie man kennt. Wir sind an der Linzio Hochschule, an der Johannes Kepler Universität. Und unsere Partys fangen meist gegen 19 Uhr an und hören gegen 3, 4 in der Früh auf. Danach wird noch abgebaut und die Leute kommen dann meistens gegen 5, 6 Uhr in Früh ins Bett.
Korpo Content Lab: Hm?
Korpo Content Lab: Hm?
Korpo Content Lab: Ja, wenn es halt so ist. Aber hört sich doch nach einem ausgeglichenen sozialen Leben an.
Patrick S. Tengler: Ja, das ist ganz normal.
Patrick S. Tengler: Ja, so weit möglich. Also ich habe die Hälfte der Part-E-Mails beantwortet.
Korpo Content Lab: Jetzt lass uns doch mal direkt einsteigen und zwar stell dir mal vor jemand der keine Ahnung von Verbindungen hat frag dich beim Bier was macht eigentlich ein Couleur Händler was antwortest du? Sorgst du dafür nahbaren Einstieg?
Patrick S. Tengler: Also das Simpelste, unter dem sich die meisten Leute was vorstellen können, ist Modeschmuck. Modeschmuck ist ein gut überbegriffte, Leute erwarten dann nicht unbedingt mehr die Echtmaterialien wie Silber und Gold, sondern alles mögliche von Perlenketten über Anhänger, alles was halt modern ist. Modeschmuck. Und damit kann man schon relativ gut den externen Einfluss ins Ganze. Ich habe immer wieder den Fall, dass Bekannte mich fragen, ja, was machst du das eigentlich? Und da muss ich ausholen. Logisch weiß ich betreuerstehenden Verbindungen von bis de facto von Rom bis rauf nach Estland ist alles dabei. je nachdem, ja definitiv europäische Verbindungen sind extrem groß verbreitet.
Korpo Content Lab: eine Brett.
Korpo Content Lab: Das hat man in diesem Podcast auch schon festgestellt. Du hast eine breite Koleolandschaft im Baltikum, in Polen entstieg. Es kommt jetzt ja auch gerade zu einer Renaissance des Verbindungswesens. Und die machen das ja extrem geil dort in Belgien, in den Niederlanden. In Frankreich gibt es ja auch Studentenverbindungen. Wir hatten neulich bei uns einen zu Gast. Ich habe den Namen leider vergessen, weil die haben so eine spezielle Mütze an. Und nach dieser Mütze bezeichnen die sich. Es ist nicht so ausgeprägt wie bei uns. Ich die Schweiz, die haben wir jetzt auch gut kennengelernt. Österreich ist ja auch eine Hochburg und natürlich hier bei uns in Deutschland.
Patrick S. Tengler: Natürlich, das sind aber auch die drei größten Länder, das angeht. Also wenn man nach außen schaut, alles was außerhalb des Dachraums, also Deutschland, Österreich, Schweiz ist, merkt man schon, dass das Verbindungswesen abnimmt. Es gibt ein paar Ausreißer. Ich habe gesehen, du hast im letzten Talk vor längerer Zeit den Hohen Flüstersehner der Edorinania Tokio gehabt. Und dann gibt es glaube ich drüben in Südamerika gibt es auch noch irgendeine Verbindung. Das ist ein Ableger einer Deutschen.
Korpo Content Lab: Ja, genau.
Korpo Content Lab: Ja, da hatten wir auch einen Doppelbender schon bei uns im Podcast drin, in Chile, bei den Wirtschaften, die es dort gibt. glaube, sieben Stück gibt es dort und eine Mädelschaft gibt es da unten auch. Und es ist weltweit verbreitet, vor allem mit Fumito Yano. Das war ein cooles Interview, weil er saß ja wirklich in Tokio, als wir das aufgenommen haben und ich in meinem Keller hier bei Düsseldorf.
Patrick S. Tengler: Genau.
Patrick S. Tengler: Ja, wobei, dein Keller schaut schön aus auf den Videos, muss man ganz ehrlich sagen. Also, top ein Gerichtes.
Korpo Content Lab: Danke, ist auch viel Liebe reingesteckt. Ich denke mal so viel Liebe wie bei dir, weil du hast ja auch, wie gesagt, von Clemens Bitter-Couleur übernommen und dieser Couleur-Händler hat ja eine außerordentliche Stellung in der Szene. ist ja mit so einer der ganz, ganz großen Namen, die wir dort haben. Wann hast du das das erste Mal selbst gespürt? Hier ist Renommee und eine Erwartungshaltung.
Patrick S. Tengler: Ich glaube das war, also kurz ich muss etwas ausholen zu erklären für die die es nicht wissen. habe das Unternehmen mit Anfang des Jahres übernommen, habe da alles mögliche durchgemacht. Ich glaube da kommt noch nachher kurz dazu, wenn es dich interessiert Jan.
Korpo Content Lab: Na klar.
Patrick S. Tengler: Ich hatte irgendwann Februar herum ist es losgegangen, dass dann geheißen hey, die gewohnte Liefergeschwindigkeit, die der Herr Bitter hatte, das war ein Wahnsinn. Ein, zwei Wochen, Maximum, teilweise drei Wochen. Das haben wir am Anfang des Jahres nicht ganz hinbekommen. Es hat gebraucht, bis ich mich komplett einlerne, das alte System verstehe, die ganzen Abläufe hinbekomme, wie der Herr Bitter sie hinbekommen hat. Und ... macht den ganzen und mit diesen ganzen Aussagen von ja, ihr liefert so langsam, macht auch mal schneller, da hat man dann schon gemerkt, wie extrem bekannt das eigentlich ist und auch wie extrem kurzfristig und begehrt gezipfernde, bitter sind und waren. Als kleines Beispiel, wir haben in Österreich ja regelmäßig Bälle, die Ballkultur in Österreich ist ja sehr stark verbreitet. Und unter anderem gibt es einen größeren Ball, der aus der Couleur Szene kommt. Das ist der oberösterreichische CV-Ball. Der wird in Linz abgehalten, meiner Heimatstadt. Und da wird auf einmal, bekomme ich 2 am Nachmittag einen Anruf, hey du wir brauchen heute Abend zwei Zipfer. Bumm. Und dann muss man sich schon ab und mindestens rechtzeitig hinbekommen. Aber dafür war Herr Bitter unter anderem bekannt.
Korpo Content Lab: Das spielt sich ja, glaube ich, auch ein. Wie viele Jahrzehnte hat er das gemacht?
Patrick S. Tengler: Ich denke es waren 43 Jahre exakt.
Korpo Content Lab: Ja, es ist interessant. Als ich damals Fuchs war, 2009, also auch schon vor 16 Jahren, war halt auch Bitter Couleur der erste Couleur-Händler, den ich direkt kennengelernt hatte vom Namen her. Wo ich noch gar nicht wusste, was eigentlich ein Couleur-Händler ist. Und ich viel gefragt habe, wo gibt es eigentlich die Bänder und die Mützen zu kaufen. Aber das hat sich ja dann auch alles sehr schnell dann auch aufgelöst, dieses Mysterium. Wie kam es denn überhaupt dazu, dass du die Chance bekommen hattest, Unternehmen zu übernehmen?
Patrick S. Tengler: Chance ist relativ. ich habe einen sehr speziellen Werdegang von bis, habe mich überall ein bisschen bewegt, habe lange Zeit gesucht was ich machen möchte und bin dann nach hochs und tiefs meiner Lebensgeschichte mit meinem Leibburschen auf der Severina bei einem Bier zusammengesessen. und er hat mir sein Leid geklagt. Ach Gott, der Bitter hört auf, wo bekommen wir in Zukunft unsere Krüge her? Die Krüge waren das Hauptthema, weil diese Bierkrüge, die der Herr Bitter im Angebot hat, wunderschön, Siebdruck, alles drum und dran, hatte nur der Herr Bitter zum darigen Zeitpunkt. Ist auch nach wie vor so. Und wenn du einmal eine Verbindung hast, das gleiche Krugmodell 120 mal stehen hat, dann willst du kein anderes Krugmodell haben.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: logischerweise, sieht einfach schlecht aus. Und irgendwie ist dann bei dem Bier dieser Geistesblitz gekommen, ach komm, ich rufe den lieben Kartellbruder Klimmann mal an und schau was passiert. Das war letztes Jahr im August, wenn ich mich vertó, August, September. Und von ersten Treffen bei ihm oben in Rohrbach am Verbindungshaus der Jetzt habe ich gerade einen Hänger. Wie heißt die Verbindung noch einmal? Mühlgerorbach. Ganz genau, ein MKV-Verbindung. Also eine Pinali, eine nicht schlagende, eine katholische. Da das erste Preffnum stattgefunden. haben uns mal darüber unterhalten. Er hat mir das Ganze auch ehrlich gesprochen gleich mal nicht allzu schmackhaft gemacht. Er hat gesagt, es ist furchtbar viel Aufwand, es zahlt sich kaum aus, es ist einfach nur Arbeit, Arbeit, Arbeit.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Ich war es gewohnt einfach zu arbeiten. Also diese Hustle Culture in Richtung habe ich schon relativ früh angenommen, weil ich auch ein paar Kollegen in dem Bereich unterstützt habe. Hab gesagt, okay, warum nicht? Dann arbeite ich halt ein bisschen. Und aus einem Treffen sind dann zwei, drei, vier geworden. Auf einmal ist dann der Wirtschaftsprüfer dabei gewesen, der Steuerberater und schlussendlich hat es dann einen offiziellen Übernahmevertrag gegeben und mit ... glaube das war dann der 17.12.24 ist das Ganze nämlich übergangen und mit den ersten ersten haben wir die Zilpproduktion wieder aufgenommen.
Korpo Content Lab: Ja interessant, ist ja eine riesen Chance, die du da ja bekommen hast. Welche Motive haben dich denn am Ende überzeugt, Ja zu sagen, weil es ging ja dann ein bisschen so Schlag auf Schlag.
Patrick S. Tengler: Durchaus, ja.
Patrick S. Tengler: Es ist jetzt, ich möchte nicht alt zu sehr ausführen, weil wenn ich jetzt 5 Jahre zurückgehe und das Ganze aufstrukturiere, dann ergibt es mehr Sinn, aber das dauert jetzt wahrscheinlich zu lange. Ich versuch's kurz zu fassen. Ich bin rezipiert worden bei meiner Melunia im Alter von 15 Jahren. Ich hab da die Fuchsenzeit durchgemacht, wie man es kennt. Hab dann meine Chargen gemacht. Wir haben ja keine Partien, wir fechten. Das ist als Katholischer Österreicher nicht der Fall. Und habe dann dort dreimal das Seniorat gehabt. Den Kornsenior, den Fuchs-Major, jede Charge bis auf den Kassier. Und ich denke, dass das Couleurschüttelteenten zu mir sehr, sehr viel gegeben hat. An Freunden, an Erfahrungen, an ... Lebenswert. Und ich bin, ja, also das ist ideologische Seite des Ganzen. Ich genieße dieses Couleurschneiden im Zusammensatz mit Leuten und auch neue Leute kennenlernen. Das ist das eine, warum ich sage, macht mir Spaß, könnt ihr mir Spaß machen. Ich schaue mir das Ganze an. Und auf der anderen Seite, ein Punkt den ich jetzt selber vor kurzem verstanden habe, ich war immer ein bisschen handgreiflich mit den Händen unterwegs. Also ich hab viel gearbeitet, hab viel in der Werkstätte. Einfach das Werken in der Schule als Kleiner hat mir mega Spaß gemacht. Und genau das habe ich hier de facto wieder. Also ich sitze wirklich da, die Zipfe sind alle Handarbeit. Du hast jeden einzelnen Zipf in der Hand. Du baust ihn zusammen, du hast die einzelnen Lederprodukte in der Hand. Alles drum und dran. Es macht Spaß. Und ich habe wirklich einen riesen Spaß daran.
Korpo Content Lab: Ja, Gefühl etwas zu erstellen, ist eine schöne Sache. Ich habe ja eine lange Zeit gemalt, ich hatte auch Ausstellungen und alles und das ist schon was anderes, als wenn du dann so ein kleines Meisterwerk dann erstellst und andere Leute dir Wertschätzung dafür geben und sagen, das ist schön und toll, das darf vielleicht auch abkaufen oder halt mehr Wert halt dadurch generierst. Und als Dienstleistung, digitale Zahlen, das ist halt nicht so befriedigend. Ich glaube, ist auch bei vielen Leuten der Fall, dass wir auch gerade in der Generation leben, wo man uns gesagt hat, ihr müsst an die Uni, ihr müsst studieren, ihr müsst dieses und jenes machen, dass aber auch die handwerklichen Berufe völlig auf der Strecke bleiben. Also was ich abends zum Beispiel total gerne im Bett mache, ist, ich mache dann YouTube an. Okay, das hört sich jetzt schon ein bisschen creepy an, aber ich mach mir YouTube an und ich gucke dann gerne vor allem diese Schuhhandwerker, die dann halt so hoch, also so richtig teure, maßgeschneiderte Schuhe zum Beispiel erstellen mit den Leisten, die Nägel da reinhemmern, das Leder freischneiden und dann halt diese Kunstwerke dabei rumkommen. Das finde ich zum Beispiel auch immer cool. Ich finde, das muss ja für dich auch... entspannt sein. meine, gut, die Romantik wird wahrscheinlich auch schnell über dir im Job raus sein, oder? Ich meine, wenn du dann, sagen wir mal, die ersten 200 Zipfel mit sehr, viel Liebe gemacht hast und denkst, jetzt bin ich durch und dann kommen die nächsten wieder rein. Also es ist ja auch irgendwo durchhaltend. Viele denken ja auch bei einem Sportler, der macht das nur aus Leidenschaft. Ein Profi schafft das trotz der Langeweile und dieser ständigen Repetition weiterzumachen.
Patrick S. Tengler: Genau, da bin ich gut prädestiniert dafür. Ich drei Jahre lang den Leistungstanzsport praktiziert. Also das ist auch nichts anderes de facto. hast drei Jahre lang 25 Stunden die Woche, zum Teil tanzen, tanzen, tanzen. Das muss man auch durchhalten. Ich glaube daher kommt mein Durchhaltevermögen ein bisschen.
Korpo Content Lab: Das sind so wichtige Stärken, die kommen, wenn man älter und größer wird. Bei mir ist glaube ich, Geduld mit Menschen. war mal ein Jahr Lehrer in einem Internat. Da lernt man Geduld. Das hilft mir im Berufsleben. Mir platzt Erkragen nicht, wo anderen Kollegen schon das Gesicht hochrot wird, wo ich noch denke, warten, das Problem kriegen wir gelöst.
Korpo Content Lab: Gab es denn Momente der Unsicherheit? Vielleicht kam auch bei dir die Frage hoch, kann ich dieser Verantwortung überhaupt gerecht werden?
Patrick S. Tengler: Ja, durchaus. Also ohne Frage. ist, wenn man jetzt von außen auf das Unternehmen Pütter Couleur beispielsweise darauf sieht, sieht man nur, ja, da bestell ich einen Zipf und der kommt an. Und vielleicht ist da was falsch, vielleicht ist das Band verdreht. Sowas gibt es immer wieder mal. Aber das alles, was dahinter passiert, sieht man nicht. Und besonders am Anfang habe ich selber sehr viel Zeit auch aktiv vor der Graviermaschine verbracht, Zipfel selber geklebt, alles drum und dran. Und das auch zu sehr unheiligen Zeiten. Also teilweise bin ich 6 Uhr früh im Büro gestanden und bin 3 Uhr früh wieder raus. Dann wieder 3 Stunden schlafen und das Ganze noch einmal. Ich glaube in der Anfangsphase habe ich sogar teilweise im Büro geschlafen. Einfach, dass ich da halbwegs hinterher komme. Und das was richtig frustrierend war, was mir in Erinnerung geblieben ist, war ein Scharschenzipfel meiner lieben Severiner, das vor CHC, ein CHC bevor ich eine Scharsche gemacht habe. hat sich Schargenzipfe anfertigen lassen bei mir, dankenswerterweise. Wirklich wunderschöne Dinge, die sind wirklich große Schargenzipfe, nicht irgendwie so zwei Mittelschieber, sondern jede Scharge hat einen eigenen Schieber. Der war jetzt sieben Schieber lang. Und davon sieben Stück. Und ich hab halt graviert, hab mir das Ganze ordentlich aufgelegt, hab versucht wirklich alles korrekt abzuarbeiten, dass alles ja richtig graviert ist. Ja, 49 Schieber später.
Korpo Content Lab: Hm?
Korpo Content Lab: Hm?
Patrick S. Tengler: Schau mir an, will's zusammenbauen, denk mir Scheibenkleister. Ich hab einen Logikfehler gehabt und hab alle 49 Teile schmeißen können. Das war wirklich so ein Punkt, ich mir mal gedacht hab, ui, da hat man doch mal mit sich selber gezweifelt.
Korpo Content Lab: Aber letztendlich wächst man ja daran,
Patrick S. Tengler: Ohne Frage, ja. Das passiert mir keins weiteres Mal mehr.
Korpo Content Lab: Wie hast du denn das Problem gelöst?
Patrick S. Tengler: Das kannst du nicht lösen.
Korpo Content Lab: Also du musstest so wieder von vorne anfangen, war die Frage. wie lange hast du dran gesessen?
Patrick S. Tengler: Ja, das Problem ist drei, vier Stunden sicherlich. Weil das Thema ist bei diesen Chargenzipfen, waren so gebaut, auf der Vorderseite eine Grafik war, eine speziell für die Charge selber gewählte und auf der Hinterseite dann die Charge mit dem Namen drauf.
Korpo Content Lab: Hm?
Patrick S. Tengler: Und das Problem ist, dass wenn du einmal etwas gravierst bei den Teilen, kannst du es nicht mehr ungeschehen machen. Das heißt, du musst neue Teile hernehmen und die Teile, die du gravierst, sind de facto Müll. Leider.
Korpo Content Lab: Mhm.
Korpo Content Lab: Wie lange dauert es denn eigentlich so Standardzipfel herzustellen? das habe ich mich oft gefragt, wenn ich in meinen Zipfelbund angucke, da sind leider auch gottlos viele dran. Aber wie lange dauert das denn, sagen wir mal so einen Standardzipfel, so einen ganz normalen Live-Verhältnis Tauschzipfel, Bierzipfel und halt ein...
Patrick S. Tengler: Bier und wenn das Ganze jetzt bei mir aus dem Drucker rauskommt, dann das Bänder raussuchen, frisst sehr viel Zeit. Dafür für das Bänder raussuchen 10-15 Minuten. Dann fürs Gravieren alles einstellen, je nachdem wie schnell man natürlich ist. Ich darf von mir selber behaupten, ich ein gutes Tempo inzwischen erreicht habe. Das Gravieren dauert nochmal ungefähr eine halbe Stunde bis Stunde, nah weniger. Also gesamt für zwei Zipfel in dem Fall ein Bier, ein Weinzipfel aus der simpelsten Herstellung, also das 03L Modell ist das Simpelste zum Gravieren. Zwei Stunden sicherlich. Liegt aber nicht unbedingt daran, dass das aktive Arbeiten so viel Zeit kostet, sondern das von A nach B gehen, das Arbeitsplatz herrichten und dann wieder weitermachen. Wenn ich jetzt am Stück graviere und 40 mal den gleichen Zipf graviere, ist das natürlich super schnell. Da schaffe ich in einer halben Stunde 20-30 Zipfer, wenn es schnell geht. Wenn es wirklich ein Identa wäre. Aber nachdem ich einlegen muss, das Teil anpassen muss, schauen muss, das Modell ist das Richtige, muss die Gravurdatei abgleichen, muss es gravieren, muss es einmal testen, damit die Gravour wirklich mittig sitzt.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Da muss es graviert werden, Teil raus, nächstes Teil rein. Dann vielleicht durch die Umseite umdrehen, das Ganze noch einmal. Dann die Teile von A nach B bringen, die Teile zusammenkleben, Rechnung schreiben, verpacken, abschicken. Der gesamte Prozess, glaube ich, kostet wirklich fast zwei Stunden. So, bitte Verzeihung.
Korpo Content Lab: Wahnsinn. Kein Problem.
Patrick S. Tengler: So, geht schon wieder.
Korpo Content Lab: Kein Problem.
Korpo Content Lab: Ich meine, du als Kohlehändler, verkaufst ja nicht nur einfach Bänder oder Mützen, sondern du bewahrst ja auch irgendwo ein Kulturgut. Wie gelegtes dir dieses Traditionsbewusstsein zu wahren und gleichzeitig moderne Erwartungen zu erfüllen? Also ich mit modernen Erwartungen sage ich ja zum Beispiel mal, unser Bestellverhalten hat sich ja durch diese großen Online Konzerne ja massiv verändert. Früher war eine Paketbestellung, da war jedem klar, das dauert wahrscheinlich drei, vier Wochen, bis das da ist. Dann gab es dieses berühmte amerikanische Versandshaus, was es schafft, am gleichen Tag, am nächsten Tag oder spätestens in zwei bis drei Tagen zu liefern. Weil ich habe auch noch einen anderen bekannten Coleurhändler, mit dem ich mal telefoniert hatte, den ich dann mal gefragt habe, so, ey, hast du Bock, hier in die Sendung reinzukommen? Der sehr viel zu tun halt hatte und der meinte, dass aktuell halt auch Mitten der Nacht Anrufe kommen von Corpus, die an der Theke sitzen, die mittags 12 ein Zipfel bestellt haben und dann versagt an der Theke 5 Uhr nachts mit über 40 Anrufzeichen den Kolonialtler aus dem Bett jagen und dann der Sehlinge sich dann fragt, so ist es das überhaupt wert, was ich hier mache?
Patrick S. Tengler: Ich verstehe was du meinst, ich verstehe es sehr gut. Solche Vorkommnisse hat man immer wieder einmal. Aber auf deine Frage einzugehen, das Kulturgut bewahren, ich denke, das wo ich am ersten dieses Kulturguts sehe, ich habe von jeder Verbindung, die man bestellt, eine gewisse Kartei liegen. Aufgebaut über die Jahre, wenn jemand bestellt hat. hat sich etwas aktualisiert, hat etwas abgelegt und das hat Herr Bitterder-Klemens davor auch schon gemacht. Hat wirklich viel Zeit hineingeschickt in das Ganze. Ich habe Dokumente aus dem Jahre 1960 zum Teil bei mir in den Karteien liegen. Wirklich alte Dokumente, halt relativ, aber eher alte Dokumente.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: die auch zeigen, wie sich das Ganze entwickelt hat. Ich habe Gründungsdokumente mancher Verbindungen, die manche Verbindungsarchive nicht mal haben. Es ist mir vor kurzem jetzt aufgefallen bei meiner eigenen Verbindung, ich glaube der erste handgezeichnete Zirkel meiner Severina liegt bei mir in den Akten. Das ist direkt für den Gründungszipfel oder was das auch immer war, hat man einem Peter damals diesen Zirkel gezeichnet und geschickt. Und das liegt bei mir da.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Also soweit zum Erhalten der Tradition. Auch Bandmuster. Bitte?
Korpo Content Lab: Was mich auch... Badmuster... Hatte es ja im Vorfeld ja gesagt, dass ihr da auch ein riesengroßes Bandarchiv ja auch habt. Seid ihr eigentlich dankbar für Bünde, die identisches Band haben?
Patrick S. Tengler: indifferent. Also wirklich absolut indifferent. Das ist, wenn jemand das gleiche Band hat, es so, dass er einzig aufpassen muss, wenn eine Verbindung Band kauft für sich und das bei uns einlagert, dass wir das nicht irgendwie unpsychisch für andere Bestellungen hernehmen. Das darf natürlich nicht passieren.
Korpo Content Lab: Okay, das hat mich zum Beispiel mal interessiert, wie das dann da gehandhabt wird. Wie im Restaurant, wenn man gerade zufälligerweise ein Menü bestellt, was jemand gerade anderes zurückgegeben hat und die Ausgabezeit nur fünf Minuten dann gedauert hat. Was mich auch so ein bisschen reizt zu wissen ist, als der, also als dein Amtsvorgänger, der Herr Bitter sein Couleur lehrende, wahrscheinlich Ende der 70er Jahre gegründet hat, oder? Vielleicht hast du ja eben gesagt 40 Jahre ungefähr.
Patrick S. Tengler: Müsste sein,
Korpo Content Lab: an der 70er, Anfang 80er Jahre. Wo war bitter da Vorreiter? Weil ich glaube, wenn man sich so ein bisschen, es gibt ja keine Geschichte der Couleur-Händler, leider, was mich auch interessieren würde, war das ja früher eigentlich so, dass in den einzelnen Städten es Leben gab von Handwerkern, die genau diesen Bedarf an Couleur für die hiesigen Verbindungen erfüllt hat. Und ich glaube, dass der Versandhandel doch da auch wieder schon der nächste Schritt war, oder?
Patrick S. Tengler: Ja, definitiv. Der Herr Bitter in dem Fall sehr jung angefangen, ich glaube die 20 war er wieder angefangen hat und er hat sehr simpel angefangen mit einer Übertragskraviermaschine. Da hat man früher noch diese Zeichen gehabt, wirklich als Block, die wurden gefräst und da ist man dann mit der Graviermaschine nachgefahren, diese Zeichen.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Und mit einem Übersatz hast du das ganze oft als Teil selbst übertragen. Das waren die ersten Dinge. Dann kamen die Maschinen, kamen die Handgabern wieder zurück, die wurden wieder modern, die wurden wieder sehr gerne gesehen. Gab's alles. Aber der Herr Bitter war definitiv Vorreiter mit der Website. Die Website, die du jetzt kennst, war eine der ersten ihrer Art. Ja, also wenn ich jetzt überlege und zurückgehe...
Korpo Content Lab: Okay.
Patrick S. Tengler: Die allererste Website die online gegangen ist, der Bestellshop, war aus 1998. Und die aktuelle Sitte Variante, die man jetzt noch sieht, ist aus 2011. Wenn man das jetzt mal bitte zurückdenkt, was da vor jetzt fast gut 14 Jahren war, war das damals hochmodern.
Korpo Content Lab: Mhm.
Korpo Content Lab: Hm, ja definitiv. Wobei glaube Prozesse sind doch auch bisschen intuitiver geworden, weil ich fand das damals, als ich das erste Mal ein Zipfel bestellen musste, sehr übersch... also, also jetzt nicht bei Blitter selber, sondern generell ist es ja immer so, das ist nicht so online Formulare, man hat Angst immer irgendetwas zu übersehen. Da ist es ja auch, glaube ich, einfacher geworden, auch mit den Online-Formularen. Früher hat man sich die PDF ja ausgedruckt, dann hat man sie ausgefüllt, dann hat man sie eingescannt und dann dem Kolörentler geschickt. Und heute ist es ja so, du wirst ja dann durchgeleitet, oder?
Patrick S. Tengler: Genau, das ist um einiges besser geworden inzwischen. Also früher war es ganz schlimm, ich habe teilweise noch Faxbestellungen. Also die Leute bestellen aktiv noch per Fax, wollen zumindest. Geht nicht mehr, das habe ich abgedreht, weil ich mich damit nicht mehr auskenne. Aber ich bekomme teilweise noch Briefe mit Maschinengeschriebenen, mit den alten Schreibmaschinen geschriebenen Bestellungen. Die kommen per Post an. Dann schicke ich das Ganze zurück und dann ist es fertig.
Korpo Content Lab: Kürt dich auch nicht.
Patrick S. Tengler: Also das war früher wahrscheinlich normal. Dann kam das Fax, dann kam der Online-Auftritt.
Korpo Content Lab: Aber wie gesagt, das Ende der 90er ist ja echt früh. Also es ist ja schon extrem innovativ.
Patrick S. Tengler: Wenn du mal die Zeit und Lust und Laune hast, ein bisschen Recherche findest du die alte Website sogar noch. Die ist sogar noch online, ganz versteckt. Meistens kommen die Leute auf mich zum Sprechen, weil sie den Bummler irgendwo online finden. Den findet man auf der ganz alten Website. Verbitterkulör. Also wirklich ganz versteckt.
Korpo Content Lab: Sehr gut zu wissen. Ich glaube, da gehen jetzt einige Corpus auf die Suche, die das hören.
Patrick S. Tengler: Also ganz kurz vorweg, den Bummel ergibt es derzeit bei mir noch nicht. Ich schaue mich bereits das kommt wieder, aber ich möchte qualitativ was haben, deswegen suche ich lieber länger bevor ich irgendeinen Blödsinn unterstelle.
Korpo Content Lab: Mhm.
Korpo Content Lab: Welche Modernisierungen, wo wir jetzt ja gerade schon drüber gesprochen haben, hast du denn bereits umgesetzt? Ist das ein überarbeiteter Onlineshop? Ich meine, auch wenn der vom Amtsvorgänger 2011 ja nochmal erneuert worden ist, ist ja mittlerweile auch 14 Jahre dazwischen. Es gibt Größen wie Shopify, die aufgetreten sind. Wie, wie, was hast du da so gemacht? Sie sieht mit internationalen Kunden aus dem Dachraum aus oder bzw. Europaraum. Die sieht Social Media bei dir aus. Und wo war der Widerstand bis jetzt am größten bei der Modernisierung?
Patrick S. Tengler: Also ich glaube der größte Teil des Widerstandes war darin einmal zu verstehen, was das alte System überhaupt macht. Das nämlich mal durchzublicken, wie das funktioniert und seine Launen zu verstehen, ist schon relativ kompliziert. Wir haben es gut hinbekommen, das heißt wir verstehen jetzt einmal alles. Der erste Schritt für mich war einmal, dass wir alles hier bisschen interconnecten. Ich habe hier im Büro eine physische Firewall stehen, ich habe die PCs untereinander connected, wir sind schneller, wenn es die Dateien hin und her schieben geht. Das war davor nicht der Fall, davor musste man mit dem USB von A nach B laufen. Nächster Schritt ist die Website, da sind wir auch bereits im Gange, jetzt seit fast einem halben Jahr das Ganze zu programmieren. Wir sind leider in ein paar gröbere Schwierigkeiten gelaufen.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: die sehr unerwartet waren, aber die durchaus gröber waren. Jetziger Stand der Dinge ist, wir sind fast fertig mit der Programmierung. Jetzt hat am Anfang uns das Amazon Web Services dauernd ein bisschen erwischt. Genau, das hat uns ein bisschen erwischt.
Korpo Content Lab: Das ist jetzt was vor ein paar Tagen passiert ist, die ganzen Leuten mit den, ich heiße das mitbekommen, den Leuten, diese Smart-Matratzen haben, die dann in dieser Temperaturenhölle gelandet sind. Ich glaube da hat man das erste Mal gemerkt, dass diese ganzen IoT-Geräte, also Internet of Things, Sachen, Fluch und Segen sein können.
Patrick S. Tengler: Das ist eine unangenehme Nacht, definitiv.
Korpo Content Lab: Ja, ist, also wir nennen jetzt hier nicht den Hersteller, aber da gab es einen Hersteller, der hat halt Smart-Matratzen, die ziemlich teuer sind. ich mir auch gerne kaufen würde, die die Temperatur optimal so einstellen, dass du die besten Schlafphasen hast. Also dass die mit der Temperatur, genau. Und die sind aber in AWS geknüpft. Und nachdem es den Shutdown gab, ist es halt leider so gewesen, dass die Leute irgendwie extrem hohe Temperaturen dann in ihrem Bett hatten.
Patrick S. Tengler: Ich ich weiß, meinst.
Korpo Content Lab: Alles andere als angenehm war.
Patrick S. Tengler: Amen.
Korpo Content Lab: Wie ist es denn mit internationalen Kunden? Kommen die mehr online oder?
Patrick S. Tengler: online. Also je international es wird, desto mehr wird es online. alles. Die Problematik ist, der Webshop ist so alt und so und nicht mehr intuitiv, dass viele Leute wieder versuchen vom Webshop wegzugehen und mir E-Mails schicken. In der Art und Weise, wie sie sich eine Bestellung vorstellen. Verständlich, aber furchtbar anstrengend. Weil jede E-Mail anders aufgebaut ist, jeder ein anderes Schreibverhalten hat und man kann nicht wirklich einfach sagen, das ist Schema F und okay, genauso müssen wir im Büro vorgehen. Wir müssen jede E-Mail zwei bis drei Mal lesen, verstehen, alles drum und dran. Gleiches auch bei Verbindungen, die kein Deutsch sprechen. Die belgischen Verbindungen, die estländischen Verbindungen, die sind meistens dann unterwegs auf den E-Mails, weil auf der Website das Ganze ja nur auf Deutsch angezeigt wird.
Korpo Content Lab: Hm.
Patrick S. Tengler: Also soweit zum internationalen Klientel. ist eine Sache, die man überarbeiten muss. Man muss teils Übersetzungen für manche Dinge finden, die schwer sind. wie ich ein Stiefelgeschäft in dem Fall übersetze, muss ich jetzt nachschauen. Das weiß ich jetzt aus dem Stegreif nicht.
Korpo Content Lab: Das Boot.
Patrick S. Tengler: Ja... Solche Sache auf jeden Fall. Ich hoffe, beantwortet die Frage halbwegs.
Korpo Content Lab: Und wie geht es bei Social Media vor? Also ich hatte jetzt gesehen, dass einige Köhlehändler ihr Auftreten bei Social Media erhöhen und auch damit mit einem höheren Auftragsvolumen dann auch einhergehen, weil sie wahrgenommen werden. Weil ich glaube, Social Media so eine Plattform geworden ist, es ja immer so ein Empfehlungsgeschäft, glaube ich. Wenn dein Leibbursche bei Köhlehändler X bestellt hat, dann gehst du hin und hast auch bei Köhlehändler X bestellt. Und so hat sich das, glaube ich, bei vielen Verbindungen durch die Generation gezogen, bis die Preise so hoch geworden sind oder die Lieferqualität so gesunken ist, dass man sich umorientiert hat. Wie ist da ein Wettbewerb jetzt? Wie beurteilst du das? Weil ich meine, da kann man sich ja nicht so ganz schließen.
Patrick S. Tengler: Also zurück zum Punkt Social Media. Ja, definitiv habe ich mir schon überlegt, ist aber für mich derzeit der falsche Fokus. Es ist natürlich verständlich, dass man Social Media macht und dass man das unbedingt anschauen möchte, aber es ist für mich wichtiger, dass hier im Büro alles perfekt läuft, alle ihre Zipfel rechtzeitig bekommen, ihre Bestellungen rechtzeitig bekommen.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Und wenn ich dann Zeit habe, dann kümmere ich mich Social Media. Davor nicht. Social Media ist ein Add-on, das mir natürlich mehr Kunden bringen kann. Ja. Wobei ich auch sage, wir haben jetzt keinen Neukundenstamm sozusagen. Es ist ja jeder Leibfuchs, erfährt von seinem Leib wurscht, welche Kulörhändler es gibt. Und damit wird dann gearbeitet. Wir haben jetzt keinen Kunden, der im Botswana sitzt jetzt beispielsweise und sich denkt, okay, jetzt will ich einen Zipf haben und jetzt muss ich herausfinden, welche Kulörhändler es gibt.
Korpo Content Lab: Aber in Kamerun gibt es auch eine DMC-v assoziierte Verbindung.
Patrick S. Tengler: Too schön. Ja, jetzt einfach nur, damit du verstehst, was ich meine, ist, wir haben kein Neukundengeschäft in dem Sinne, wir sagen, wir müssen Leute reich nicht wissen, dass es uns gibt. Natürlich, Social Media Auftritt, ich möchte zeigen, dass es mich gibt, dass ich erreichbar bin, dass ich ein Mensch bin. Blöd gesagt. Ich bin ein Mensch wie jeder andere, man kann mit mir reden, kann mit mir Dinge besprechen. Es haben schon viele sich sehr positiv geäußert darüber, dass man mir bisschen besser sprechen kann. Aber dieser wirkliche Social-Media-Effekt von jetzt mache ich ein Re-Load, hat 100.000 Aufrufe und ich kann mich vor Bestellungen nicht mehr retten, das wird es nicht geben. Außerdem vertrete ich auch ein bisschen diese Meinung, dass nicht alles immer im Netz stehen muss. Ich muss jetzt nicht einen Zipf eines Kunden ins Netz hochladen. Das ist...
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Das ist dem Verhabgeschwisterlein überlassen, wer das machen möchte, soll bitte. Aber ich werde nicht hergehen und irgendwelche Zipfer-Zipfsprüche abfotografieren oder online laden. Das finde ich nicht in Ordnung.
Korpo Content Lab: Mmh. Ich hätte einmal einen Zipfelspruch gemacht, der alles andere als traditionsbewusst war und da hatten wir sogar noch mal einen Rückruf vom Kohlehändler bekommen. wir das wirklich ernst meinen? Nein, das haben wir aber auch so gemacht.
Patrick S. Tengler: Ja, ja. Solche Sprüche gibt's auch immer wieder mal.
Korpo Content Lab: Aber nichts Verbotenes.
Patrick S. Tengler: Nein, verbotenes. Also generell. Zipsprüche betreffen die Person, die tauschen selbst. Da darf ich es nicht wagen und wage es auch nicht, irgendwie zu sagen, ja, passt, das ist jetzt moralisch zu bewerten. Das geht mich nichts an. Jemand, der das haben möchte, bekommt das, solange es jetzt nichts verfassungsdutzwidriges ist.
Korpo Content Lab: Hm.
Patrick S. Tengler: Das ist die einzige Grenze, ich jetzt dem Fall ziehe. sage alles, was Verfassungsschutz ist, alles, was gegen gewisse Grundfeste geht, okay. Aber grundsätzlich geht es mich nicht an.
Korpo Content Lab: Ist ja auch verdünftig so, das sollte ja auch nicht sonst so sein. Ich meine, als Couleur-Händler, da gehen wir ja jetzt mal davon aus, dass Verbindungen dein größter Kunde sind. Aber hast du auch Kunden, die keinen klassischen Verbindungs-Background haben, also die trotzdem Sachen bei dir bestellen? Wie viel macht das aus? Also, wie kommt das gerade so vor, wie ein Frauenarzt in Deutschland, der muss ja, glaube ich, einen gewissen Prozentsatz nicht nur Frauen haben.
Patrick S. Tengler: Ja. Ja.
Korpo Content Lab: sondern dafür auch irgendwie 3 % männliche Patienten nehmen, die nichts mit dem eigentlichen Geschäft zu tun haben, sondern auch als Allgemeinarzt betreuen. Wie ist das bei dir?
Patrick S. Tengler: Also gewisse Vorschriften dahingehend gibt es auf jeden Fall nicht, dass ein Colörhändler nur so und so viele Verbindungen betreuen darf von niemand anderem. Ich bin gerade am überlegen. Es ist selten, es ist wirklich selten, dass man von anderen Vereinen etwas bekommt. Muss man ganz frei heraus sagen, aber hin und wieder verirrt sich dann doch ein Verein auf die Homepage und sagt, hey cool, das gefällt uns, das hätten wir gerne. Wer genau und wieviel das ist, ich ehrlich gesagt nicht sagen. Es ist selten, definitiv, aber es ist immer wieder eine Wahl.
Korpo Content Lab: Mhm.
Korpo Content Lab: Siehst du denn noch Möglichkeiten, das Geschäft zu expandieren, Schützenvereine? Gibt es die in Österreich eigentlich? Also hier im Rheinland hast du da eine ganz starke Kultur. Gibt es Übersteidungspunkte, was die Kunden betrifft?
Patrick S. Tengler: Ja.
Patrick S. Tengler: würde ich schon sagen, also die Übersteirungspunkte liegen ja in dem Fall in der freiwilligen Tätigkeit. Man kann eine Verbindung ja gewisserweise als freiwilligen Verein bezeichnen und auch wir haben es bei uns den Fall, viele die bei uns auf der Severina sind, sind ja ebenfalls in der freiwilligen Feuerwehr, im Roten Kreuz und so weiter und so fort. Manche Feuerwehren eignen sich dann auch Zipfbünde an, wie ich erfahren habe. Anscheinend.
Korpo Content Lab: Adieu!
Korpo Content Lab: Hm.
Korpo Content Lab: Hm?
Korpo Content Lab: Echt? Sehr geil.
Patrick S. Tengler: Aber Schützenvereine sind dann so speziell, die haben meistens alles in ihrer eigenen Umgebung. Schützenvereine sind ein bisschen autarker als viele andere Vereine. Das ist mir schon aufgefallen.
Korpo Content Lab: Hm.
Korpo Content Lab: Ja so, ich meine die haben ja auch immer ihre Standardausrüstung. Also in Neuss ist es zum Beispiel so, haben so gut wie alle immer diese grünen Sackos halt an, diese Weidmannsmützen, die sie dann anhaben oder wahrscheinlich Schützenhüt. Ich weiß nicht, der richtige Begriff dafür ist, so wie die wahrscheinlich bei uns immer denken, wir haben Scherpen an, obwohl es das Band ist. Da gibt es einen Schützenverein, der hat eine US Marines Uniform.
Patrick S. Tengler: Uah!
Korpo Content Lab: Das sieht einfach unfassbar geil aus. Wie gesagt, die müssen ja ihre Sachen ja auch irgendwoher beziehen. Ich hatte mal gehört, mit den Mützen, die hergestellt werden, die kommen alle aus der gleichen Fabrik.
Patrick S. Tengler: Das ist nicht korrekt. Zumindest wüsste ich nicht, dass mein Mütze nach für wen anderen auch noch was macht.
Korpo Content Lab: Das hatte ich nämlich mal gehört, wenn man sich die Standardmützen anguckt, die es da gibt, Penelamodell, Tellermütze, die sehen ja alle immer sehr gleich aus. ist immer die gleiche Qualität von Stoff, ist immer haargenau der gleiche Schnitt, ist immer das gleiche Material, was im Schirm verarbeitet ist. Die Älteren haben ja meistens noch bisschen Leder, das Shellac-Zeug, was dann gekommen ist. Und jetzt haben sie das, glaube ich, grobidigger, also den meisten Mützen. Oder?
Patrick S. Tengler: Es gibt zwei Schirme bei uns zur Auswahl. Das ist einmal ein Hartplastikschirm, glänzender oder eben ein Lederschirm. Also nix Gummi.
Korpo Content Lab: Hm?
Korpo Content Lab: Ich hätte mal von meinem... Ich hatte von meinem Leitburschen damals eine Mütze geschenkt bekommen, also noch aus den 70er Jahren. Und ich hatte dann die tolle Idee, die direkt einzutrinken. Und als ich die dann vorne an dem Plastikschirm gefasst hatte, ist der direkt durchgebrochen und da ist mir Scheiße. Und ja, das war wahrscheinlich, weil die Weichmacher in letzten Jahrzehnten rausgegangen sind. Danach habe ich das dann nicht mehr gemacht.
Patrick S. Tengler: Mhm.
Patrick S. Tengler: Unter anderem auch das Thema ist, was man schon hat, was du ansprichst. Gewisse Produkte, die wir in die fertigen Sachen einbauen, gibt es natürlich immer weniger. Erst das Handwerk in Europa ist extrem zurückgegangen. Bitte überleg dir, wie viele Schuster es noch gibt. Ich weiß in Linz noch von einem einzigen Schuster, der noch wirklich aktiv ist. Zur Zeit meines Vaters waren es sechs.
Korpo Content Lab: Hm.
Patrick S. Tengler: Das ist ein enormer Abfall. Und wenn man das weiter bedenkt, das Handwerk nimmt einfach ab und es geht immer weiter weiter nach Fernhaus der Asien raus. Weil dort die Arbeitskosten geringer sind und und und. Und wenn man sich so wie der Herr Bittow und wie ich ein bisschen von diesem Drang versteht, sagt man möchte dort nicht hingehen und in Europa bleiben, reduzieren sich manche Materialoptionen ein bisschen. Sie sind zwar qualitativ in Ordnung, aber sie reduzieren sich.
Korpo Content Lab: Mmh.
Korpo Content Lab: Mmh.
Patrick S. Tengler: Und teilweise passiert es auch, dass man eine schlechte Scharsch dabei hat. ist vielleicht dir bekannt. Die Mützen von meinem Bitter gibt es eine Scharsch, wo sich das Innenleder auflöst, das Schweißleder. Das war eine schlechte Scharsch. Das hat, was sollte ein Leder sein, war aber ein Kunstleder, das sich mit der Zeit aufgelöst hat. Furchtbar. Das hat man aber auch nicht gesehen und nicht gerochen. Und auch beim Zerschneiden ist das nicht aufgefallen. Bis sie schlussendlich alles zeregt hat.
Korpo Content Lab: Hm.
Korpo Content Lab: okay.
Korpo Content Lab: Ja gut, das kann man halt nicht immer kontrollieren. Aber du sagtest ja, dass das Handwerk ja abnimmt. Also in Portugal ist es ja so, dass vor allem jetzt Schuhproduktion und Textilproduktion sehr stark wieder dahin gewandert ist, dass gerade diese alten Familienbetriebe für modernere Marken die Produktion übernommen haben, zum Beispiel auch rahmgenähte, handgemachte Schuhe, die in acht Wochen Handarbeit hergestellt werden, aber halt am laufenden Band. Das finde ich auch cool, weil irgendwo hast du ja auch wieder so eine Rückentwicklung von diesen Globalisierungstendenzen, wo die Produktion halt komplett offshore gegangen ist. Hast ja jetzt auch, dass es wieder mehr mehr zurückkommt und auch junge Leute verstärkt ins Handwerk auch überwechseln, weil da halt auch ein enormer Jobbedarf auch ist.
Patrick S. Tengler: Das definitiv
Korpo Content Lab: Also ich würde sagen, ist ja mittlerweile eine umgekehrte Situation. Als man uns als Kindern gesagt hat, du musst unbedingt studieren, weil mit deinem Handwerk verdienst du nicht mehr viel, ist ja jetzt genau anders. Wenn du jetzt studierst, hast du wahrscheinlich ein gängeres Einkommensverhältnis als wenn du halt Handwerker halt wirst.
Patrick S. Tengler: Ja, also ich kann mich jetzt nicht zuerst im Fenster lehnen. Ich kenne mich im Handwerk nicht extrem gut aus. Ich bin eigentlich Serbius-Student. Das bitte nicht zu vergessen.
Korpo Content Lab: Nicht Aira?
Korpo Content Lab: Hm?
Korpo Content Lab: Was bist du?
Patrick S. Tengler: Ja.
Korpo Content Lab: Jetzt kannst auch jetzt einen Nagel hängen, du hast auch jetzt ausgesorgt mit Bitter Couleur
Patrick S. Tengler: Ganz ehrlich, ist weniger der Punkt, das ausgesorgt ist, ich möchte einfach weitermachen. Also ausgesorgt ist hier noch lange nicht, es ist hier genug zu arbeiten. ist beim besten Willen nichts, wie die alle sagen, ja der Colleurschatter verdient sich dumm und deppert. Ist nicht der Fall.
Korpo Content Lab: Ich glaube, das denkt aber auch keiner, Der sich ein bisschen mit Ethematik auskennt, also...
Patrick S. Tengler: doch, ich höre immer öfter die Stimmen. Also es gibt immer wieder mal Fragen, ja und wie viel verdienst du schon? Kannst du schon die erste Jacht leisten? Natürlich etwas scherzhaft gemeint auch, aber mit den steigenden Preisen, der Kulörhandler einfach hat, kommt da auch dieser Gedanke von man steckt sich selber alles ein.
Korpo Content Lab: Wert, was mich auch immer interessiert ist, mit den Zipfeln. Ich habe damals in der Fuchsenstunde ganz groß gelernt, dass der Zipfelwund damals meistens das Wertvollste war im 19. Jahrhundert, was der Student besessen hat, weil es echte Seide und Silber war, bislang vielleicht auch goldene Ausnahmen sogar. Wie ist das heute? Sind diese Zipfel, die Glieder, alle immer noch komplett aus 925er Silber oder ist das eher so ein Blechmischprodukt oder
Patrick S. Tengler: Wir sehen
Patrick S. Tengler: Es ist in dem Fall bei uns ein 8,35er Silber. Das ist mit der Verarbeitung eine Thematik, weil 9,25er Silber zu erreichen ist höchst schwer, weil da darf nichts passieren. Da darf in der Produktion eigentlich schon nichts passieren. Da darf man die Dinge eigentlich nicht mehr wirklich bearbeiten, großartig. Wenn man jetzt einen Ring anschaut, die sind bei uns auch aus 9,25er Silber.
Korpo Content Lab: Mhm.
Patrick S. Tengler: Aber die Zipfteile selber sind aufgrund der Form, aufgrund der Beschaffung, aufgrund der Oberflächenbearbeitung etwas geringer als 9,25er, deswegen das 8,35er Silber. Aber ja, ist echt Silber, ist auch punziers. Jedes einzelne Zipfteil, das man von uns bekommt, hat eine Punze drauf.
Korpo Content Lab: Interessant dass sich das nicht gewandelt hat. Ich gut klar ich von der Legierung dass man dann nicht die reinste nimmt macht ja auch keinen Sinn weil ein Zipfel ist ja auch ein Alltagsgegenstand wie wenn du dir auch keinen Goldring aus 999er Gold halt holst weil der einfach zu weich ist und sofort verkratzt. Nehmt man ja dann 585er glaube ich ist das.
Patrick S. Tengler: Ja, 585 und es gibt auch 333, aber das für Ringe eher weniger verwendet.
Korpo Content Lab: Genau, ja es ist interessant, dass da so eine Korrelation halt auch irgendwo besteht. Was macht ihr denn so am meisten an der Arbeitsspaß? Also neben dem Handwerk ist es der Kundenkontakt oder vielleicht noch was ganz anderes?
Patrick S. Tengler: Ich denke es ist wirklich der Kundenkontakt auch. Es ist die Kombination aus einem, ich kann einmal auf eine Kneipe gehen, auf eine Veranstaltung, auf einem Commerz etwas mitnehmen für die Farbgeschwister und sagen, Leute hier freut euch drüber, ich sehe auch das ist Dieses Glitzern in den Augen ist schon geil. Also man kann sagen, was man möchte, es ist wirklich super. Und auch diese Feedback-Sachen, man bekommt, wenn man dabei ist, und sieht, wie sich die Leute hinten abfreuen, auch wenn es so cool ist, dass sie einen Zipf bekommen haben. Es ist schön. Und auch wenn man jetzt selber nicht den Zipf tauscht, man steht daneben und man freut sich drüber. Und das ist natürlich super.
Korpo Content Lab: Hm.
Korpo Content Lab: Ja, das stimmt.
Patrick S. Tengler: Das ist so ein Riesenpunkt über den ich mich freue und ansonsten auch noch, ist dieses handwerkliche Arbeiten. Es gibt was. Es hat Spaß, man erschafft was und die Leute freuen sich darüber. ist dieser Wertaustausch, würde ich sagen, ich mache etwas, worüber sich andere freuen. Das ist einfach toll.
Korpo Content Lab: Ja, man sieht dich auf Strahlen, wenn du das erzählst.
Patrick S. Tengler: Das freut mich.
Korpo Content Lab: Ich empfinde es genauso, du das sagst. Wenn ich an unsere Kneipen denke, wo Zipfeltausche stattfinden, das ist immer toll. Das ist immer ein symbolischer Akt. Das ist entweder Leibverhältnis oder besondere Freundschaften innerhalb des Bundes, die dann noch mal durch eine äußerliche Erscheinung manifestiert werden. Das finde ich immer toll. Ich muss es auch sagen. Für mich ist es immer noch so, mit jedem, mit dem ich Zipfel getauscht habe, das ist für mich ein Zipfelbruder. Das ist was Besonderes. ist so ... den nächsten Schritt gemeinsam gegangen innerhalb der gesellschaftlichen Konvention oder des Commence der Verbindungen.
Korpo Content Lab: Du bist ja auch selber MKVer, ÖCVer. Was bedeutet denn Couleur für dich jenseits von Band und Mütze? Das finde ich halt eine spannende Frage, weil du hast jeden Tag mit diesen Sachen zu tun und man entwickelt ja dann ganz andere Entwicklungen, also Beziehungen halt auch dazu. Also zu den Gegenständen. Aber was ist, wenn du jetzt unter deinen Bundesbrüdern unterwegs bist oder deinen Kartellbrüdern und du siehst die Mützen, du siehst die Wände, dann weißt du aha, okay, das, das, aha, okay. Du hast ja eine ganz andere Beziehung dazu. Wie sieht das aus bei dir?
Patrick S. Tengler: Also ich weiß was du meinst und es ist auch so, wenn man hinschaut, man hat diesen Blick fürs Detail einfach. Ich sehe aus Entfernung inzwischen aus welcher Produktion welcher Zipf kommt, welcher Hersteller welchen Zipf macht. Das Thema ist man darf sich da nicht zu sehr reinlassen, das Ganze nicht zu persönlich nehmen. Wenn jetzt da jemand einen Zipf von dem herstellt oder von dem und dem und dem, soll er machen. Ist in Ordnung. Es ist solange derjenige glücklich ist mit dem was er hat. bin ich der Letzte, was dazu sagt. ist so dieser Zugang, den ich versuche zu vertreten. Jetzt noch mal kurz zurück zu einer Frage. Meinst du die Frage eher in Bezug auf den prinzipiell orientierten Teil des Couleurs oder auf den generalisierten, wenn ich mit Bundesbildung unterwegs bin?
Korpo Content Lab: dieses Spannungsfeld zwischen dem symbolischen Wert, sind unsere Farben, weil du hast ja dann nochmal deine speziellen Farben als Mitglied deiner Verbindung, aber dann hast du parallel bei dir im Büro dann nochmal die Farben von hunderten von anderen Verbindungen, wenn nicht sogar tausenden. Und das war die Frage, also dieses Spannungsfeld zwischen der Besonderheit, wo du dazugehörst und der Ware, die du halt im Lager halt hast und verkaufst.
Patrick S. Tengler: Hard gesagt, aber jetzt weiß ich, was du meinst, verstehe. Es gibt für mich kein großartiges Spannungsfeld dahingehend. Also die Bänder meiner Verbindung behandle ich gleich wie die Bänder anderer Verbindungen, weil trotzdem jemand ist dahinter, der das Ganze haben möchte und auch... Qualitätsanspruch sollte da sein generell, sollte kein Panfleckig sein, wenn es rausgeht. Es kann passieren. Wir haben Handarbeit, wir arbeiten teilweise mit Poulier-Pasteil drum und dran. Wenn da mal ein Fleck irgendwo drauf kommt, man übersieht, dann ist es ärgerlich, das passiert aber. Ist mir bei den Zipf von meiner Bundeskarte auch schon passiert. Das wird dann einfach auskorrigiert. Man macht es aber nicht bewusst und es ist... Ich ziehe jetzt einen relativ harten Vergleich. Auch wenn man... Wenn du auf einem Friedhof unterwegs bist, nur weil du die Person nicht kennst, zeigst du trotzdem eine gewisse Ehrerbietung, in der du dich passend verhältst. Das ist, glaube ich, das Beste, ich das darstellen kann. Nur weil ich den Punkt nicht kenne, die Bedeutung dahinter nicht kenne, gehe ich trotzdem gleich wertvoll damit wie mit meinen eigenen Sachen.
Korpo Content Lab: Mhm.
Korpo Content Lab: Schöne Antwort. Dann lass uns doch jetzt mal zum Schluss kommen, wenn wir zehn Jahre nach vorne schauen. Wo siehst du dein Unternehmen dann?
Patrick S. Tengler: Also hoffentlich einmal digitalisiert und möglichst modern gehalten, unter anderem die Website. Aber auch viel in Bezug, ich möchte das schaffen, was schwer ist im kulörabständigen Bereich. Ich möchte nach wie vor die Qualität hochhalten. Ich möchte schauen, dass alles sauber ist, alles in Ordnung geht, alles passend ist. währenddessen schauen, die Preise nicht durch die Decke gehen. Das ist eine wirkliche Challenge, die man sich überlegen muss, wie man sein Besten meistert. Die Silberpreise beispielsweise. 2022 waren wir bei 80 Cent das Gramm, jetzt sind wir bei 1,60 das Gramm. Das wirkt sich natürlich auch auf die Zipfel aus. Lederpreis ist das gleiche.
Korpo Content Lab: Hm.
Patrick S. Tengler: Das alles zu halten, die Preise den Markt irgendwie anzupassen, nicht irgendwie von der Weltwirtschaft mitgenommen zu werden und diesen kleinen, sicheren Hafen, den die Cholerstudenten haben, halten zu können. Dass sie noch immer gerne wieder herkommen und sagen, da passt alles, da fühle ich mich wohl. Auch wenn was nicht so funktioniert, wie ich es gerne hätte, komme ich gerne zurück, weil alles passt. Das möchte ich gerne aufrechterhalten. Also ich möchte wirklich was haben, wo die Leute gerne hin zurückkommen. Ich möchte keinen Streit, möchte keine Diskussionen. Ich möchte einfach Leute, gerne zu mir kommen und sagen, hey, du kannst das für uns machen, bitte.
Korpo Content Lab: Das ist doch ein schönes Schlusswort. Patrick, danke, dass du dir die Zeit genommen hast, hier in den Talk zu kommen. Es war schön und ein spannendes Gespräch. Ich denke, die Leute da draußen, also die Corpus da draußen haben sich jetzt auch nochmal kennengelernt und ich drücke dir die Daumen mit deiner Nachfolge, die du jetzt gerade angetreten hast und ihr da draußen geht mal wieder bummeln auf anderen Häusern. Das ist auch schön. Macht's gut. Ciao.
Patrick S. Tengler: Alles gute, Tschüss!
Neuer Kommentar